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Ex-Audi-Chef Stadler auf freiem Fuss – Betrugsverdacht bleibt

FILE - In this Thursday, May 3, 2018 file photo, Rupert Stadler, CEO of Audi AG, attends the shareholders' meeting of the Volkswagen stock company in Berlin, Germany. German carmaker Volkswagen said Tuesday, Oct. 2, 2018 that suspended Audi CEO Rupert Stadler is leaving the company, more than three months after he was arrested as part of a probe into parent company Volkswagen’s manipulation of diesel emissions controls. (AP Photo/Michael Sohn, file)
Sass im Gefängnis wegen dem Dieselskandal. Quelle: Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.

Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler kommt unter Auflagen aus der U-Haft frei. Der Betrugsverdacht gegen den Manager dauere jedoch an.

Veröffentlicht am 30.10.2018

Der Chefsessel bei Audi in Ingolstadt ist Vergangenheit, aber zumindest darf Rupert Stadler nach vier Monaten im Gefängnis zu seiner Familie nach Ingolstadt zurück. Das ist allerdings noch lange nicht das Ende der Geschichte.

Nach vier Monaten in Untersuchungshaft ist der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler wieder auf freiem Fuss. Das Oberlandesgericht München setzte den Haftbefehl vom Juni gegen Auflagen ausser Vollzug. Der Betrugsverdacht im Zusammenhang mit der Abgasaffäre bestehe aber weiter, teilte das Gericht am Dienstag mit.

Auf freiem Fuss, aber mit Auflagen

Die Münchner Staatsanwaltschaft verdächtigt Stadler, den Verkauf von Dieselautos mit manipulierten Abgaswerten in Europa nach Aufdeckung der Betrügereien in den USA 2015 geduldet zu haben: Er habe von den Manipulationen gewusst oder sie zumindest bewusst ignoriert. Ob Stadler die Vorwürfe bei den Vernehmungen weiterhin bestritten hat, ist nicht bekannt.

Das Oberlandesgericht geht weiter von einem dringenden Tatverdacht aus und sieht auch weiterhin Verdunkelungsgefahr. Unter der Auflage, jeden Kontakt «zu allen für das Ermittlungsverfahren relevanten Personen» zu vermeiden und gegen Zahlung einer Kaution setzte der Senat den Haftbefehl jedoch ausser Vollzug. Stadler soll bei einem abgehörten Telefonat erwogen haben, einen Zeugen im Ermittlungsverfahren der Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen Porsche zu beeinflussen.

Der 55-Jährige war am 18. Juni wegen Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr in Ingolstadt verhaftet worden und sass im Gefängnis Augsburg-Gablingen ein. Die Aufsichtsräte von VW und Audi entbanden ihn sofort nach der Festnahme von seinen Aufgaben als VW-Vorstand und Audi-Chef, «bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat». Seither leitet Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot das Unternehmen als kommissarischer Vorstandsvorsitzender.

Anfang Oktober löste der VW-Konzern Stadlers Ende 2019 auslaufenden Vertrag schliesslich einvernehmlich und mit sofortiger Wirkung auf. Ohne Ämter hatte Stadler mit seiner Haftbeschwerde beim Oberlandesgericht Erfolg, die vom Landgericht im August noch abgewiesen worden war.

Ermittlungen gegen 20 Beschuldigte

Stadler war elf Jahre lang Audi-Chef gewesen, seit 2007. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt im Audi-Dieselskandal gegen 20 Beschuldigte. Unter den Beschuldigten ist auch ein Mitglied des heutigen Audi-Vorstands. Ein ehemaliger Porsche-Vorstand und vormaliger Audi-Motorenentwickler war im Juni nach neun Monaten Untersuchungshaft vom Oberlandesgericht freigelassen worden, trotz Tatverdachts und Verdunkelungsgefahr - ebenfalls unter Auflagen.

(reuters/awp/tdr/bsh)

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