Der Ex-Anlagechef der Pensionskasse BVK, Daniel Gloor, hat vor dem Zürcher Bezirksgericht zugegeben, dass er sich von Geschäftspartnern bestechen liess. Warum er die Bestechungsgelder angenommen hatte, konnte er aber nicht sagen.

«Ich habe im Leben einmal eine falsche Abzweigung genommen. Aber ich wollte niemandem schaden. Ich bedauere das sehr, vor allem gegenüber der Familie», sagte er zum Schluss der Befragung. «Wenn Sie einmal Geld bekommen haben, können Sie nicht zurück. Dann ist es passiert.»

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 57-jährigen früheren Kadermitglied der BVK vor, es habe sich in den Jahren 2000 bis 2010 insgesamt mit knapp 1,7 Millionen Franken bestechen lassen. Gloor erklärte vor Gericht aber, die Beträge seien geringer gewesen. Er könne sich auch nicht vorstellen, warum Mitangeklagte angaben, höhere Bargelder gezahlt zu haben, als er wirklich bekommen habe.

Die Anklage wirft Gloor auch vor, er habe in den Jahren 2001 und 2002 im Zusammenhang mit Sanierungsmasssnahmen zugunsten der Beteiligungsgesellschaft BT&T Asset Management AG der BVK einen Schaden von 43,5 Millionen Franken zugefügt.

Nach einem vom damaligen SVP-Regierungsrat und Finanzdirektor Christian Huber abgesegneten Sanierungsbeitrag von 20 Millionen Franken soll er eigenmächtig weitere 20 Millionen Franken eingeschossen haben.

15 Jahre Bestechungssystem

Es sei einer der schwierigsten Entscheide gewesen, sagte Gloor. Rückendeckung habe er bei der Finanzdirektion für die Freigabe der zweiten Tranche nicht eingeholt, weil es nur um die Fortsetzung der Sanierungsmassnahme gegangen sei. Aufgrund des «Fehlentscheids», der grosse Verluste für die BVK zur Folge hatte, habe er Finanzdirektor Huber seinen Rücktritt angeboten.

Warum die BVK bei Geschäften mit der Argus Finanz AG auf Rückvergütungen (Retrozessionen) in der Höhe von 2,3 Millionen Franken verzichtete, wisse er heute nicht mehr, sagte Gloor weiter. Es seien wohl gewisse Dienstleistungen abgegolten worden.

Das Bestechungssystem lief gemäss Anklage während 15 Jahren immer nach dem gleichen Muster ab: Ein Bekannter gründete eine Firma, und der Anlagechef sorgte zum Teil eigenmächtig dafür, dass sich die BVK grosszügig beteiligte oder lukrative Mandate an die Kollegen vergab.

Mann mit zu losem Mundwerk

Als Gegenleistung machte Gloor den Geschäftspartnern klar, dass die Deals auch für ihn persönlich etwas abwerfen sollten, falls sie mit der BVK weiter zusammenarbeiten wollten. Zur Zusammenarbeit mit einem der Mitangeklagten habe er nach einem Geschäft, das mit 200'000 Franken «belohnt» wurde, die Zusammenarbeit trotz weiterer Bemühungen abgebrochen.

Der Mann habe ein zu loses Mundwerk gehabt, sagte Gloor vor Gericht. Dieses habe schliesslich auch dazu geführt, dass der ganze Fall aufgeflogen sei.

(tno/sda/awp)

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