Im Oktober wurde Osman Shahenshah als Chef des börsenkotierten, britischen Ölkonzerns Afren fristlos entlassen, und zwar wegen «groben Fehlverhaltens». Nun zeigen Recherchen der «Handelszeitung», dass die Schweizerische Bundesanwaltschaft (BA) gegen den Ex-Afren-CEO Shahenshah wegen Insiderhandels und Verdacht auf Geldwäscherei ermittelt.

Die BA bestätigt auf Anfrage, dass sie gegen Shahenshah die Ermittlungen aufgenommen hat. «Zum laufenden Verfahren können wir keine weiteren Angaben machen», sagt BA-Sprecherin Walburga Bur. Angeblich soll das Verfahren demnächst eingestellt werden, weil die ausländischen Behörden dazu kein Strafverfahren führen.

Verkauf vor schwachen Halbjahreszahlen

Shahenshah hielt bis im letzten Jahr über eine Offshore-Konstruktion ein Depot mit Afren-Aktien bei einer Schweizer Bank. Ende August veranlasste der Afren-CEO über seinen Rechtsvertreter alle von ihm darin gehaltenen Ölaktien per sofort zu verkaufen. Die Schweizer Bank führte den Auftrag in der Folge teilweise durch, indem das Institut über eine Million Namenaktien im Wert von mehr als zweieinhalb Millionen Schweizer Franken veräusserte.

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Die Transaktionen fand zwei Tage vor der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen des Afren-Konzerns statt. Nach deren Präsentation verloren die Ölpapiere innert weniger Tage an der Londoner Börse massiv an Wert. Der Kurssturz betrug gegen 40 Prozent.

Keine Stellungnahme

Der betroffene Ölkonzern Afren wollte sich zum Fall nicht äussern. Der ehemalige Credit-Suisse-Banker Shahenshah war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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