Die Firma Talkeasy in Zürich steht im Verdacht, gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstossen zu haben. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat laut eigener Mitteilung zahlreiche Beschwerden von Personen erhalten, welche angaben, von der Firma getäuscht worden zu sein. Nun hat das Seco einen Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl eingereicht.

Gemäss Seco beklagten sich die Personen darüber, dass sich Vertreter der Firma Talkeasy als Mitarbeiter der Swisscom ausgeben hätten, die den Telefon- und Fernsehanschluss oder das Glasfasernetz überprüfen müssten. So hätten sie sich Zugang zu den Privathaushalten verschafft. Daraufhin hätten die Talkeasy-Vertreter den Betroffenen Verträge für angeblich günstigere Abonnemente unterbreitet. Die Betroffenen realisierten laut Seco erst im Nachhinein, dass sie ohne Absicht den Anbieter gewechselt haben.

Hauptsponsor des FCZ von 2010 bis 2013

Wenn sich jemand fälschlicherweise als Vertreter eines Unternehmens ausgibt, für das er gar nicht tätig ist, liegt nach Auffassung des Seco eine klare Irreführung und damit ein unlauteres Verhalten vor. Ferner beanstandeten die Betroffenen teilweise, sie seien von den Talkeasy-Vertretern trotz anders lautendem Telefonbuch-Vermerk telefonisch kontaktiert worden. Auch dieses Geschäftsgebaren erweist sich als unlauter.

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Die Firma Talkeasy aus Österreich war von 2010 bis vergangenes Jahr Hauptsponsor beim FC Zürich. So zierte ab der Saison 2010/11 das Talkeasy-Logo die Trikots des FCZ.

Bereits Ende September hatte das Seco ein unlauteres Verhalten einer Telefonfirma gerügt. Damals ging es um die Telefonfirma Primacall, die den Sterneeintrag im Telefonbuch nicht respektierte und gegenüber den Kunden nicht klar zu erkennen gab, dass sie unabhängig von der Swisscom handelte. In diesem Fall haben sich das Seco und die Firma vorerst auf einen gerichtlichen Vergleich geeinigt.

(moh)