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Sperre
Ex-Fifa-König Blatter blitzt auch vor Sportgericht ab

Sepp Blatter: Bleibt draussen vor der Tür. Tas-cas.org/Keystone

Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter bleibt sechs Jahre gesperrt. Sein Rekurs gegen den Entscheid des Weltfussballverbandes war vor dem Internationalen Sportgericht chancenlos. Es gibt noch eine Busse.

Veröffentlicht am 05.12.2016

Die ehemalige starke Hand des Weltfussballverbandes Fifa, Joseph S. Blatter (80), bleibt bei der Organisation für sechs Jahre gesperrt. Dies hat der internationale Sportgerichtshof CAS entschieden. Ende 2015 verhängte die Ethikkommission der Fifa eine Sperre von acht Jahren gegen Blatter. Grund war eine dubiose Millionen-Zahlung im Jahr 2011 an den Chef des europäischen Verbands (Uefa) Michel Platini. Auch dieser wurde wegen des Verdachts, Bestechungsgelder angenommen zu haben, für acht Jahre suspendiert.

Die Rekurskammer der Fifa hatte die Sperre für Blatter und Platini von acht auf sechs Jahre reduziert. Der jahrelange Beitrag der beiden Männer zum Fussball sollte berücksichtigt werden, begründete der Ausschuss die Entscheidung.

«Unzulässiges Geschenk»

Blatter reagierte auch auf diese Verkürzugn der Sperre verärgert, hatte er doch eine komplette Aufhebung der Sperre bewirken wollen. Dann zog er den Fall zum internationalen Sportgerichtshof in Lausanne weiter und war fest überzeugt, dort durchzudringen. «Ich bin tief enttäuscht von der Fifa-Rekurskommission. Selbstverständlich ziehe ich den Fall ans CAS weiter», so Blatter.

Doch in Lausanne blitzte nun Blatter ab - wie auch vor ihm schon Platini, der gegen den Fifa-Entscheid ebenfalls beim CAS rekurrierte. 50'000 Schweizer Franken Busse fallen für Blatter weiter an, heisst es im Entscheid des CAS. Für sechs Jahre ab dem 8. Oktober 2015 sind Blatter  jegliche fussballsportbezogene Aktionen untersagt - national und international. Der schriftlich festgehaltene Vertrag von 1999 habe alle anderen mündlichen Verträge, auch den umstrittenen von 1998, nichtig gemacht. Die Millionenzahlung von Blatter an Platini, die beide angeblich «mündlich» abgemacht hätten, sei ein Bruch der Ethikregeln der Fifa gewesen und würden als «unzulässiges Geschenk» angesehen.

Im September wurde gegen Blatter zudem von der Fifa ein weiteres Verfahren eröffnet. Die Fifa-Ethiker ermitteln auch gegen weitere Ex-Kader.

(chb)

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