Asiatische Pharmakonzerne werden zu immer härteren Konkurrenten der etablierten Branchenschwergewichte im Westen. Einzelne der neuen Rivalen verwenden dabei sogar illegale Methoden. Auch die Roche-Tochter Genentech ist offenbar Opfer solcher Machenschaften geworden. Sie verdächtigt vier ehemalige Mitarbeiter, der taiwanesischen Generikaherstellerin JHL Firmengeheimnisse zugespielt zu haben.

JHL Biotech soll von den vier Angeklagten interne Dokumente zu den Genentech-Medikamente Rituxan, Herceptin und Avastin erhalten haben, wie Bloomberg berichtet. Der taiwanesische Hersteller produziert Nachahmermedikamente von allen drei Kassenschlagern der Roche-Tochter. Die Vier bestreiten die Vorwürfe. Genentech hat eine separate Klage gegen JHL eingereicht – denn der taiwanesische Konzern soll sich aktiv um die Firmengeheimnisse des Konkurrenten bemüht haben.

Genentech ist nicht der einzige US-Pharmakonzern, der Opfer eines von Asien aus gesteuerten Datendiebstahls wurde. Kürzlich gaben zwei Angestellte des US-Ablegers von GlaxoSmithKline zu, Firmengeheimnisse an den chinesischen Konzern Renopharma ausgeplaudert zu haben.

(mbü)