Im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre beim brasilianischen Ölkonzern Petrobras ist ein früherer Manager zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Bundesgericht im südbrasilianischen Curitiba sprach den früheren Leiter der internationalen Abteilung von Petrobras, Nestor Cerveró, am Dienstag wegen Geldwäscherei schuldig.

Zusätzlich zu der Haft wurde eine Geldstrafe von 591'000 Real (rund 180'000 Franken) verhängt. Cerverós Anwalt Edson Ribeiro kündigte Berufung an. Cerveró war im Januar festgenommen und von Petrobras entlassen worden.

Briefkastenfirma und Schmiergelder

Laut Gerichtsurteil hatte er mittels einer Briefkastenfirma mit Schmiergeldern aus Petrobras-Geschäften eine Luxuswohnung in Rio de Janeiro im Wert von umgerechnet rund 2,2 Millionen Euro erworben. Die Wohnung muss er nun verkaufen, der Erlös soll an Petrobras gehen. Der Staatskonzern hatte im April mitgeteilt, dass der Schmiergeldskandal ihn rund zwei Mrd. Dollar gekostet habe.

Cerveró ist der zweite frühere Petrobras-Manager, der wegen der Korruptionsaffäre verurteilt wurde. Der Ex-Manager für Zulieferungen, Paulo Roberto Costa, wurde am 22. April wegen Geldwäscherei zu siebeneinhalb Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Bis Oktober 2016 steht er unter Hausarrest, danach kommt er in offenen Vollzug. Ausserdem muss Costa rund sechs Millionen Dollar Entschädigung zahlen.

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Ermittlungen gegen dutzende Politiker

Die Behörden ermitteln im Zusammenhang mit dem Petrobras-Skandal weiterhin gegen 13 Senatoren, 22 Abgeordnete und zwei amtierende Regierungsvertreter.

Von 2004 bis 2012 sollen 27 Firmen, zumeist grosse Baukonzerne, an Petrobras Schmiergeld gezahlt haben, um an lukrative Aufträge zu kommen. Der Ölkonzern soll zudem Auftragssummen durch illegale Aufschläge aufgebläht haben. Die dadurch erzielten Mehreinnahmen sollen an andere Unternehmen weitergeleitet worden sein. Nachdem das Geld auf diese Weise gewaschen wurde, wurde es nach Angaben der Ermittler als Bestechungsgeld ausgezahlt.

Die heutige Staatschefin Dilma Rousseff sass dem Petrobras-Aufsichtsrat in den Jahren 2003 bis 2010 vor. Sie versichert aber, keine Kenntnis von den Vorgängen gehabt zu haben. Der frühere Schatzmeister ihrer Arbeiterpartei, João Vaccari, wurde im April im Zusammenhang mit den Betrügereien festgenommen.

(sda/gku)