Bei Sulzer soll künftig ein industrielles Schwergewicht die Strategie vorgeben: Peter Löscher, der ehemalige Chef des deutschen Industriekonzerns Siemens, ist als Verwaltungsratspräsident des Unternehmens nominiert worden. Der Österreicher soll Firmenangaben zufolge auf der Generalversammlung am 20. März gewählt werden. Löscher war ab 2007 Siemens-Chef und 2013 an dessen mittelfristigen Renditezielen gescheitert. Der 56-Jährige ist Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank und der Münchner Rück.

Der Chefsessel im Verwaltungsrat von Sulzer ist Ende Jahr frei geworden, als Manfred Wennemer Knall auf Fall von seinem Amt zurückgetreten war. Begründet wurde der Rücktritt mit persönlichen Gründen, in der Branche geht man aber davon aus, dass Wennemer mit dem russischen Industriellen Viktor Vekselberg nicht mehr zu Rande kam.

Wichtigster Aktionär Vekselberg

Vekselberg respektive seine Beteiligungsgesellschaft Renova ist der mit Abstand wichtigste Aktionär von Sulzer und kontrolliert den Konzern praktisch. Löscher, der nach der Generalversammlung dem Sulzer-Verwaltungsrat vorstehen soll, ist seit kurzem auch operativer Chef von Renova und Mitglied des Verwaltungsrates der Beteiligungsgesellschaft.

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Der Russe Vladimir Kuznetsov, der derzeit interimistisch Verwaltungsratspräsident von Sulzer ist, wird dagegen gemäss Communiqué vom Donnerstag nicht mehr für eine Wahl in den Verwaltungsrat zur Verfügung stehen.

Der Industriekonzern Sulzer hat im Geschäftsjahr 2013 einen Rückgang des Bestellungseingangs um 1,7 Prozent auf 3,96 Milliarden CHF und des Umsatzes um 1,5 Prozent auf 3,96 Milliarden verzeichnet. Akquisitions- und währungsbereinigt ergab sich ein Minus von 0,7 Prozent für die Bestellungen und von 0,5 Prozent für den Umsatz, wie Sulzer am Donnerstag mitteilte. Der Auftragsbestand lag per Ende Jahr mit 1,67 Milliarden CHF um rund 18 Prozent unter dem Stand von Mitte 2013 (2,04 Milliarden).

Erwartung der Analysten zum Teil verfehlt

Der EBIT ging dagegen um knapp 16 Prozent auf 345,6 Millionen Franken zurück, wobei sich die EBIT-Marge auf 9,2 Prozent von 10,2 Prozent im Vorjahr abschwächte. Die Rentabilität sei durch eine geringe Kapazitätsauslastung in bestimmten Geschäften sowie die Kosten für operative Massnahmen belastet worden, heisst es dazu. Der Reingewinn nahm um knapp 23 Prozent auf 234,4 Millionen ab. Die Dividende soll dennoch unverändert bei 3,20 CHF je Aktie belassen werden.

Mit den Zahlen hat Sulzer die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Bestellungseingang verfehlt, beim Betriebsgewinn jedoch genau getroffen und beim Reingewinn gar leicht besser abgeschnitten. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 4,03 Milliarden, für den Auftragseingang bei 4,06 Milliarden, für den EBIT bei 346 Millionen und für den Reingewinn bei 226 Millionen Franken.

(awp/me)