Der im Devisenskandal angeklagte Ex-Banker der UBS wollte seinen Job so perfekt wie möglich machen». So erklärt er vor Gericht in London seine möglichen Zinsmanipulationen. Der Banker weist jede Schuld von sich.

Im Londoner Prozess um manipulierte Referenzzinssätze hat sich der angeklagte Ex-Starhändler der Grossbanken UBS und Citigroup verteidigt. «Ich wollte meinen Job so perfekt wie möglich machen», sagte Tom Hayes am Dienstag bei seiner ersten Aussage im Southwark Crown Court. Er habe nicht unehrenhaft gehandelt, sondern wollte nur seinen Arbeitgeber zufriedenstellen. Der frühere Spezialist für den Handel mit Derivaten für die japanische Währung Yen erklärte sich für unschuldig. Eine Verurteilung könnte den 35-jährigen Briten für zehn Jahre hinter Gitter bringen.

Geständnis nur wegen Auslieferung

Er habe ein Fehlverhalten gegenüber den britischen Behörden nur deshalb eingeräumt, da er eine Auslieferung in die USA fürchte, wo ihm 20 bis 30 Jahre Haft drohten. «Ich war wie gelähmt», sagte Hayes, der als erste Einzelperson in dem Fall vor einem Geschworenengericht steht. Hayes wird vorgeworfen einer der Drahtzieher in der Affäre gewesen zu sein.

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In den Libor-Skandal sind Banken weltweit verstrickt. Nach Erkenntnissen von Börsenaufsehern hatten sich einzelne Händler bei wichtigen Referenzzinsen wie Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen. An solchen Zinssätzen hängen Geschäfte in einem Volumen von vielen hundert Billionen Dollar, wodurch sich schon durch kleine Bewegungen hohe Gewinne erzielen lassen. Etliche Institute haben schon milliardenschwere Vergleiche mit verschiedenen Instanzen geschlossen, darunter Hayes' früherer Arbeitgeber UBS aber auch etwa die Deutsche Bank.

(awp/mbü/hon)