PostLogistics, ein Konzernbereich der Schweizerischen Post, will die Netzwerkaktivitäten im angrenzenden Deutschland, in Frankreich und in Italien intensivieren. Später soll auch Spanien hinzukommen. Hinter dem Plan steht die Abrundung des Hauptprodukts Kurier, Express, Paketdienste (KEP) und somit die Absicherung des Kernmarktes Schweiz.

Mit der geografischen Ausdehnung wird die Zahl jener Kunden wachsen, die von PostLogistics den Transport grösserer Kolli sowie (Stichwort: Onestop Shop) die Erbringung assoziierter Mehrwertleistungen erwarten. Deshalb will der bislang vorwiegend auf Pakete fokussierte Dienstleister seine Bereiche Stückgut und Kontraktlogistik ausbauen. «Wir betreten mit der horizontalen und vertikalen Expansion nebst Addedvalue Services zwar kein Neuland, werden jedoch unsere Aktivitäten in diesen Sparten erheblich intensivieren», bestätigt Dieter Bambauer, seit Anfang Oktober 2009 PostLogistics-CEO sowie Mitglied der Post-Konzern-Leitung.

Sparten im Visier

PostLogistics ist nach eigenen Angaben der landesweit grösste Logistikdienstleister und die Nummer eins im nationalen KEP-Sektor. Die Qualität ihrer Produkte erfreue sich eines guten internationalen Rufs. Nun habe man - im Wettbewerb mit privaten Paketdiensten sowie klassischen Speditionen - das Gleiche in den Sparten Stückgut und Lagerlogistik im Visier, so Bambauer. Das Unternehmen verfügt über moderne, weitgehend automatisierte Logistikzentren in Härkingen, Frauenfeld und Daillens. Dort werden überwiegend Pakete verarbeitet. Allein der Jahresdurchsatz im Inlandgeschäft beläuft sich auf 105 Mio Postpakete, mit saisonalen Tagesspitzen bis zu 1 Mio Stück. Auch die Teilbereiche Kurier und Express operieren laut Bambauer «auf ordentlichem Niveau». Die Abwicklung von Importen und Exporten über ihre KEP-Dienste biete zum Beispiel der Automobilindustrie ideale Bedingungen, zumal das Nachtsprungprodukt Swiss Express Innight als Automotive-Plattform zur flächendeckenden Versorgung der Schweiz dafür massgeschneidert sei.

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Engagement verstärken

«Wir offerieren regelmässige Verkehre mit branchenüblichen Laufzeiten von und nach sämtlichen europäischen Wirtschaftszentren, wobei PostLogistics ausserhalb der Schweiz keine eigenen Infrastrukturen vorhält, sondern sich auf solche von Partnerfirmen abstützt», präzisiert Bambauer. Nach dem Muster ihrer Ersatzteilsparte will PostLogistics tiefer in die Segmente Health Care und Pharmaprodukte einsteigen. Und weil nach Bambauers Erkenntnis der Business to Customer-Markt (B2C) zunehmend floriert, plant man, auch das Engagement als Partner des internationalen Versand- und Distanzhandels zu verstärken.