Sie haben nicht mehr viel gemein mit den vorsichtigen, traditionsbewussten Privatbankiers der alten Schule. Die neue Generation von Managern, die heute an der Spitze der kotierten Schweizer Privatbanken steht, ist jung, geht gerne Risiken ein und setzt ehrgeizige Wachstumsziele.

VR-Präsident Raymond Bär hat 2005 mit der Übernahme der Privatbanken von der UBS frischen Wind in die Bank Julius Bär gebracht. Unter der Führung des im letzten Jahr tragisch verstorbenen Chefs Alex Widmer wurde ein schnelles Wachstumstempo angeschlagen; in zweieinhalb Jahren sind die Kundengelder um rund einen Drittel gestiegen.

2008 beschleunigte die Finanzkrise zwar den Zufluss an Neugeldern bei den Privatbanken, doch die Marktverwerfungen haben auch Spuren in den Erträgen hinterlassen. Diesen Turbulenzen besonders ausgesetzt ist die Bank Vontobel, die über die Hälfte der Erträge im Investment Banking erzielt. Vontobel-Chef Herbert Scheidt macht sich denn auch keine Illusionen. 2008 war für Vontobel kein Glanzjahr und auch im neuen Jahr bleibt es für die Privatbank schwierig.

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Augenmerk liegt auf den Kosten

Bei sinkenden Erträgen besteht die Gefahr, dass die in den Jahren starken Wachstums aufgebauten Kapazitäten nicht mehr ausgelastet werden können und die Kosten aus dem Ruder laufen. Die Zürcher Traditionsbank hat denn auch schon früh ein Kostensparprogramm eingeleitet.

Julius Bär und Sarasin legen ihr Augenmerk ebenfalls stärker auf die Kosten. Sarasin-Chef Joachim Strähle will dennoch an den ehrgeizigen Expansionsplänen festhalten. Der umtriebige Zürcher hat vorher jahrelang für die Credit Suisse gearbeitet. Auch Vontobel-CEO Scheidt hat eine «Grossbanken-Vergangenheit»: Er blickt auf 20 Jahre bei der Deutschen Bank zurück.