Schlechte Nachrichten vermelden Unternehmen in der Regel abends, dann wenn die Börsen schon geschlossen haben. So auch Adidas: Der grösste Sportartikelhersteller Europas senkte am gestrigen Abend seine Gewinnprognose. Wegen Vertriebsproblemen in Russland und anhaltender Wechselkursbelastungen werde im laufenden Jahr nur noch ein Überschuss zwischen 820 und 850 Millionen Euro erreicht. Bisher hatte das Unternehmen 890 bis 920 Millionen Euro Nettogewinn in Aussicht gestellt.

Adidas teilte mit, das zuletzt noch für möglich gehaltene niedrige zweistellige Umsatzwachstum werde nicht erreicht. Die operative Marge werde nur noch 8,5 Prozent statt erwarteter «annähernd 9,0» Prozent betragen. Ein Firmensprecher sagte, Russland sei der drittgrösste Einzelmarkt des Konzerns. Dort habe die Umstellung auf ein neues Distributionszentrum für einen Vertriebsengpass gesorgt. Das zuletzt schwache Europa-Geschäft habe  dagegen keine Rolle gespielt. Die Probleme beträfen vor allem das dritte Quartal, hiess es. Für das vierte Quartal erwarte das Management, dass sich Umsatz und Gewinn «sehr positiv entwickeln werden».

JP Morgan, Deutsche Bank und Equinet pessimistischer 

Drei Geldinstitute senkten daraufhin den Daumen über das fränkische Unternehmen: Die Analysten von JP Morgan korrigierten das Kursziel für Adidas von 93 auf 90 Euro. Die Experten der Deutschen Bank sind noch etwas pessimistischer: Dort sieht man den Zielwert des Adidas-Papiers nur noch bei 82 Euro. Bislang war man von 86 Euro ausgegangen. Equinet senkte das Kursziel auf 85 von 90 Euro. 

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(reuters/moh/tke)