Der erste Expertenbericht zur Erhebung von TV-Zuschauerzahlen bei Mediapulse liegt vor. Der zweite ist in Arbeit. Publiziert werden sollen die Berichte Anfang April. Zuvor können nun Vertreter von Fernsehsendern und Werbung Einblick nehmen.

Im Debakel um die Erhebung von TV-Zuschauerzahlen hat Mediapulse international anerkannte Experten damit beauftragt, das seit Anfang Jahr angewandte System unter die Lupe zu nehmen. Bisher konnte Mediapulse 2013 noch keine TV-Zuschauerzahlen veröffentlichen. Die Zweifel an deren Korrektheit waren zu gross. Dabei wären die Zahlen für die TV-Sender und deren Werbekunden enorm wichtig.

Wie Mediapulse-Sprecher Nico Gurtner sagte, ist der erste Bericht letzte Woche termingerecht abgeliefert worden. Die zwei Experten aus Norwegen und Belgien hatten den Schwerpunkt auf die Frage zu legen, ob die internationalen Standards der Medienforschung eingehalten werden.

Dieser Bericht liegt laut Mediapulse nun vor. Im Rahmen eines Hearings können am 15. März die betroffenen Kreise Einblick nehmen und die Ergebnisse mit den Experten zu diskutieren.

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Zum Hearing eingeladen wurden laut Mediapulse die Aufsichtsbehörde BAKOM, der Verband der Privatsender, Telesuisse, die SRG, 3+, die RTL-Gruppe, Sat1/Pro7, die Vermarkter Publisuisse, Goldbach Media und Ringier, die SWA seitens der Werbeauftraggeber und IGEM als Vertretung der Werbeagenturen. Kantar Media als Besitzer und Betreiber des neuen Panels wird ebenfalls teilnehmen.

Zweiter Bericht nächste Woche

Kommende Woche eingehen wird der zweite Bericht. Er wird erstellt vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Beat Hulliger, Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz, und dem Statistiker Diego Kuonen, Dozent an der Universität Genf.

(tke/aho/sda)

Die beiden analysieren, ob die Abbildung der regionalen Eigenheiten der Schweiz sachgerecht ist. Das Hearing zu dieser Expertise ist laut Mediapulse für den 26. März vorgesehen.

Während Mediapulse bis Mitte Februar nur zögerlich über die Probleme und Pannen mit dem neuen System berichtete, will sie nun offensiver vorgehen: Die beiden Berichte sollen laut Mediapulse "unverändert veröffentlicht" werden. Vor der Publikation werde aber der Mediapulse-Verwaltungsrat darüber entscheiden, was wie wann getan werden müsse.