CHRISTBÄUME. Weil Erntehelfer fehlen, werden in diesem Jahr wohl viele Weihnachtsbäume auf dem Feld stehen bleiben. Grund: Die streng begrenzten Arbeitszeitregeln für osteuropäische Arbeiter. Sie erlaubten vielen Aushilfen nicht, nach der Erdbeer- und Spargelernte auch in der Erntezeit für Weihnachtsbäume zu arbeiten. Zudem hat die Europäische Union (EU) Subventionen für den Anbau gestrichen. Experten erwarten deswegen einen drastischen Preisanstieg: Um bis zu 30% könnten Tannenbäume teurer werden.

Der dänische Tannenbaum-Erzeugerverband erwartet in Europa Preissteigerungen zwischen 15 und 20%. Die Nachfrage übersteige in diesem Jahr das Angebot. Dänemark ist Europas grösster Exporteur von Weihnachtsbäumen. Erste Zahlen des Grosshandels lassen im Vergleich zum vergangenen Jahr einen deutlichen Preisanstieg erwarten, wie der Manager des dänischen Tannenbaum-Erzeugerverbands, Kaj Oestergaard, sagte. Die Preise seien zwischen 15 und 20% gestiegen, auch wenn man noch nichts Genaues sagen könne, sei dies der Trend. Der Preisanstieg sei gut für die Produzenten, die nun kein Geld mehr verlören, sagte Oestergaard. «Seit Jahren ging das Geschäft schlecht.» Laut Oestergard liegt der Preis für eine Nordmanntanne, den beliebtesten Weihnachtsbaum, je nach Grösse und Form zwischen 40 Kronen (rund 9 Fr.) und 300 Kronen (66 Fr.). In Dänemark werden jährlich etwa 9 Mio Tannen gefällt, 85% davon werden ins Ausland verkauft. Der Grossteil davon geht ins deutschsprachige Europa, nach Grossbritannien und Frankreich. Die deutsche Verbraucherzeitschrift «Guter Rat» berichtete sogar über einen Preisanstieg bis zu 30%. Betroffen seien vor allem billige Tannen bei Discountern und in Baumärkten. Die besonders beliebten Nordmanntannen könnten im Laden bis zu 5 Euro, rund 8 Fr., mehr kosten.