Beim Branchenprimus Exxon Mobil ist der Gewinn im ersten Quartal deutlich um elf Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar geschrumpft. Gründe waren nach Unternehmensangaben eine gesunkene Öl- und Gasförderung, gestiegene Kosten und ein schwächelndes Chemiegeschäft.

Beim Rivalen Shell fiel der Gewinn um ein Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar. Es sei davon auszugehen, dass der Ölpreis in den nächsten Monaten starken Schwankungen unterworfen sei, teilte der britisch-niederländische Konzern mit.

Bereits der US-Konzern Conoco Phillips hatte einen leichten Gewinnrückgang auf 2,9 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Das ist ungewöhnlich für die Ölmultis, die im vergangenen Jahr zu den absoluten Spitzenverdienern in der Unternehmenswelt gehörten. Die Exxon-Aktie gab um annähernd zwei Prozent nach.

Umsatz steigt

Ein Blick auf den Umsatz zeigt allerdings, wieviel Geld die hohen Ölpreise immer noch in die Kassen der Konzerne spülen: ExxonMobil legte um neun Prozent auf 124 Milliarden Dollar zu, Shell verbesserte sich im Gleichschritt auf 119 Milliarden Dollar.

Nachdem Ende 2011 niedrigere Gaspreise das Ergebnis des Konzerns stark belastet hatten, konnte Shell dies nach eigenen Angaben mit neuen Projekten wettmachen. Es gebe weiter eine starke Nachfrage nach Energie, sagte Konzernchef Peter Voser. Die Schwankungen seien aber wegen wirtschaftlicher und politischer Einflüsse hoch. Das Gasgeschäft in Nordamerika bleibe genauso wie das Raffineriegeschäft schwierig.

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Chefs und Aktionäre profitieren

ExxonMobil war 2011 nach einer Aufstellung des «Forbes»-Magazins das bestverdienende Unternehmen der Welt mit 41,1 Milliarden Dollar. Während die Autofahrer sich darüber ärgern dürften, freute sich Konzernchef Rex Tillerson. Er kassierte insgesamt 34,9 Millionen Dollar und damit 21 Prozent mehr als noch 2010.

Shell landete in der «Forbes»-Liste auf Rang vier mit einem Gewinn von 30,9 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Von dem Geldsegen profitieren auch die Aktionäre: Bei Shell stieg die Quartalsdividende um zwei Prozent auf 43 Cent. Dies ist die erste Dividendenerhöhung seit 2009. ExxonMobil erhöhte seine Ausschüttung sogar um 21 Prozent auf 57 Cent.

(tno/muv/awp)