Heute steht ein weiterer Tag der Wahrheit für Facebook auf dem Programm. Es wird sich zeigen, ob die normalen Mitarbeiter des Unternehmens noch hinter dem weltgrössten Online-Netzwerk stehen - oder ob sie glauben, dass es bei der einst angesagtesten jungen Firma des Silicon Valley geschäftlich bergab geht.

Erneut endet eine Aktien-Haltefrist für Mitarbeiter. Ein erstes Indiz dafür, dass es mit dem Vertrauen in den Arbeitgeber nicht weit her ist, lieferte der 29. Oktober. Auf jenen Termin hatte Facebook die Haltefrist von 234 Millionen Mitarbeiteraktien vorgezogen - und prompt wurde der Kurs auf Grund von Verkäufen um rund 4 Prozent nach unten gedrückt.

«Der Markt könnte mit Facebook-Papieren überschwemmt werden», prognostiziert beispielsweise «Die Welt». Damit wäre der nächste Kursverfall programmiert.

«Die Entwicklung der Aktie ist ganz offensichtlich enttäuschend», räumte Facebook-Gründer, Chef und Hauptaktionär Mark Zuckerberg bereits vor Wochen selbst eingeräumt. 38 Dollar hatte das Papier beim Börsengang im Mai gekostet, war ganz kurz auf 45 Dollar gestiegen - und kämpft seither mit der Marke von 20 Dollar.

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Und der Druck wird andauern: Im Dezember fallen die Schranken für weitere 156 Millionen Aktien aus dem Bestand von Altinvestoren, im Mai 2013 läuft eine letzte Haltefrist für 47 Millionen Aktien aus.

Auch das einflussreiche US-Wirtschaftsmagazin «Barron's» ist enttäuscht: «Vielleicht nur 15 Dollar» sei die Facebook-Aktie in Tat und Wahrheit wert.

(vst/muv)