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Strategie
Facebook-CEO Zuckerberg gewinnt die Milliardenwette

Mark Zuckerberg: Bewies mit dem Instagram-Kauf eine feine Nase. Keystone

Vor vier Jahren verblüffte Mark Zuckerberg mit dem Kauf einer Gratis-App für stolze 1 Milliarde Dollar. Heute zeigt sich: Der Erwerb von Instagram war ein Coup, der Facebook mächtig Geld bringt.

Von Marc Iseli
am 20.04.2016

Die grosse Wette von Facebook-CEO Mark Zuckerberg geht auf: Die Foto-App Instagram entwickelt sich zur Cash Cow. In diesem Jahr soll die Anwendung mehr als 3 Milliarden Dollar Umsatz bringen, wie eine Studie des Credit-Suisse-Analysten Stephen Ju zeigt. Das ist das Dreifache dessen, was Facebook vor vier Jahren für den Dienst bezahlt hat.

Instagram, so der CS-Experte, sei einer der grössten Treiber der Werbeerlöse. 2015 nahm Facebook mehr als 17 Milliarden Dollar mit Werbung ein. Die prognostizierten 3 Milliarden Dollar, die Instagram in diesem Jahr einspielen soll, entsprechen also mehr als einem Sechstel aller Werbeeinnahmen des letzten Jahres.

Instagram schmiert das Werbegeschäft

Die Foto-App hat sich damit zu einem der beiden wichtigsten Wachstums- und Gewinntreibern entwickelt, so der Credit-Suisse-Experte. Vor allem die mobilen Werbeerlöse werden von Instagram angeschoben. Desktop-Werbung stagniert derweil.

Das zweite Standbein ist Video-Content. Im Facebook-News-Feed können Werbekunden ein 15-Sekunden-Video platzieren. Auf Instagram ist es auch möglich, ein 30-Sekunden-Video einzubinden. Eine auserwählte Gruppe von grossen Werbekunden darf sogar Videos mit einer Länge von einer Minute schalten. Das ist ein Grossangriff auf den Geldkuchen, an dem Fernsehstationen weltweit knabbern.

Eine geglückte Wette

Während sich Mark Zuckerberg über sein Investment in die Foto-App freuen darf, ärgert sich die Konkurrenz. Google soll vor vier Jahren ebenfalls an der App interessiert gewesen sein, wie Medien seinerzeit spekulierten. Das soll mitunter ein Grund gewesen sein, weswegen die Verhandlungen über den Kauf von Instagram gerade einmal 54 Stunden gedauert haben sollen.

Instagram war seinerzeit der teuerste Facebook-Zukauf aller Zeiten, mittlerweile ist es nur noch das drittgrösste Investment in der Firmengeschichte. Mehr liess Zuckerberg für den Gratis-Messenger Whatsapp (19 Milliarden Dollar) und den Virtual-Reality-Spezialisten Oculus (2 Milliarden Dollar) springen. Als der Deal im April 2012 bekanntgegeben wurde, war die Foto-App 551 Tage jung und beschäftigte 13 Personen. Der Umsatz lag bei nahezu null Dollar und die Zahl der Nutzer bei 30 Millionen. Heute nutzen mehr als 400 Millionen Personen den Dienst.

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