«Es tut uns leid. So etwas hätte nicht passieren dürfen.» Ähnlich wie Mark Zuckerberg vor einigen Tagen, entschuldigte sich Facebook-Europachef Martin Ott am Mittwoch in Zürich

Eigentlich war der «höchste» Facebook-Mann im DACH-Raum mit seinem Team nach Zürich gekommen, um Journalisten neue Möglichkeiten von Publishing-Tools vorzustellen. Ein seltener Besuch: Facebook ist in der Schweiz kaum präsent, weder mit einem Büro, noch mit einem Team vor Ort. Die Aktivitäten werden von Berlin und Hamburg aus gesteuert. Das Timing der Veranstaltung in Zürich direkt nach der Anhörung von Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress zum Thema Datenmissbrauch war Zufall.

«Es gibt nichts schönzureden»

Martin Ott räumte ein, dass Facebook leichtfertig mit Daten umgegangen sei. «Die Menschen sind enttäuscht. Sie hatten von uns erwartet, dass wir ihre Daten schützen», sagte Ott. Da gebe es nichts schönzureden, so der Manager. «Die Geschehnisse aus den letzten Tagen sind einmalig in der Geschichte des Unternehmens. Wir wollen vieles anders machen.»

Facebook kündigte in Zürich an, härter gegen den Missbrauch seiner Plattform vorzugehen. «Dazu gehört in erster Linie die Überprüfung aller Apps, die einen Zugriff auf grosse Datenmengen hatten», sagte Ott. Entwickler, die sich nicht an die Regeln hielten, würden gesperrt. Wie bereits angekündigt, wolle man die Nutzer über den Missbrauch von Daten informieren, auch wenn sie über Apps von Dritten erfolgt seien.

Ott forderte die Schweizer Facebook-Nutzer dazu auf, ihre Einstellungen auf der Plattform zu prüfen, insbesondere auch in Zusammenhang mit den verbundenen Apps. Das gelte auch für Firmen und ihre Facebook-Accounts.

«Mehr Kontrolle»

Ott ging auch auf die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU ein. Sie wird Ende Mai in Kraft treten. Facebook werde deren Regeln auf für die Schweizer Nutzer anwenden, sagte Ott weiter. Im Zuge deren Umsetzung werde Facebook in den nächsten Woche noch weitere Massnahmen in die Wege leiten.

Das sei erst der Anfang, verspricht der Europa-Chef. «Wir wollen unseren Nutzen mehr Kontrolle über die Daten geben».   ​​​

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