Die US-Technologiebörse Nasdaq muss wegen den massiven Pannen beim Facebook-Börsengang 62 Mio. Dollar Entschädigungen bezahlen. Die Börsenaufsicht SEC billigte einen entsprechenden Plan der Nasdaq.

Die Zahlungen gehen an Firmen, die bei der Ausgabe der Aktien wegen technischer Schwierigkeiten Verluste machten. Die Nasdaq hatte zunächst weniger als die Hälfte vorgeschlagen und ihr Angebot im vergangenen Juli erhöht.

Schiedsgericht verlangt

Der Schweizer Grossbank UBS geht allerdings das verbesserte Angebot der Börsenbetreiberin noch nicht weit genug. Sie verlangt wegen den erlittenen Verlusten einen Schiedsgerichtsspruch, wie sie in einem Statement mitteilte.

Schon im August und im November des vergangenen Jahres habe man sich bei der SEC brieflich über den Kompensationsplan beschwert. Die vorgeschlagenen Zahlungen seien «inadäquat und ungenügend». Dass die SEC den Plan nun genehmigt habe, ändere an dieser Ansicht nichts.

Die UBS will wegen des «misshandling» der Nasdaq beim Facebook-Börsengang und wegen derer substantieller Fehler den vollen Betrag der Verluste ausgeglichen erhalten. Die Grossbank bezifferte ihren Verlust aus dem Facebook-Börsengang im vergangenen Juli auf rund 350 Millionen Franken.

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Handelssystem überfordert

Das Börsendebüt von Facebook war massiv durch die technischen Probleme bei der Nasdaq behindert worden. Das Handelssystem war überfordert, Händler wussten zum Teil stundenlang nicht, ob ihre Aufträge ausgeführt wurden.

Durch das Durcheinander verloren Marktteilnehmer zum Teil dutzende Millionen Dollar. Nach einigen Schätzungen addierten sich die Einbussen auf eine halbe Milliarde Dollar.

(vst/sda)