Er ist erst 29-jährig, und doch wird sein Name mit Bill Gates und Steve Jobs in die Geschichtsbücher eingehen – als einer der Pioniere, der das Informationszeitsalter revolutionierte. Was Mark Zuckerberg und seine Freunden vor zehn Jahren in einer Studenten-WG in Harvard programmierten, hat unsere Art zu kommunizieren radikal verändert. Facebook fordert milliardenschwere Industrien heraus und stellt Geschäftsmodelle in Frage.

Der planetare Erfolg des sozialen Netzwerks sollte für Führungskräfte eine wichtige Inspirationsquelle sein. Zum einen machte Grünschnabel Zuckerberg in seiner Anfangsphase Fehler, besass keine klare Strategie und hatte Glück. In seinem Nacken sassen hartnäckige Widersacher wie die soziale Plattform Myspace, die 2006 die meistbesuchte Webseite der USA war, noch vor Google.

Katastrophaler Fehler von Yahoo

In dieser Zeit wollte Yahoo Facebook für anfänglich 1 Milliarde Dollar übernehmen. Doch der Deal kam nicht zustande, weil Yahoo den Preis auf 800 Millionen Dollar runterdrückte, was sich heute als katastrophaler Fehler erweist.

Doch Zuckerberg liess sich von den Schalmeienklängen nicht beirren, sondern setzte seinen Siegeszug in den Hochschulen fort. Die Studenten, die sich über Facebook vernetzten, waren Zuckerbergs wichtigste Impulsgeber. Er setzt die Ideen der «digital Natives» konsequent um und kaufte wenn nötig auch mal eine Technologie oder Firma wie Instagram hinzu. Um die innovative Führerschaft zu behalten, schlaucht Zuckerberg angehende Nerds, Informatiker und Ingenieure durch Bootcamps und drillt sie auf Geschwindigkeit und Kreativität.

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Missglückter Börsengang

Kommt hinzu, dass sich Zuckerberg nicht unterkriegen liess, als der Börsengang im Mai 2012 wegen technischer Probleme an der Nasdaq in einem Debakel endete und sich später der Ausgangspreise der Aktie von 38 Dollar halbierte. Ebenso wenig zeigte er sich beeindruckt von den Untergangszenarien, wonach Facebook nie Geld verdienen würde und seine Zenit bei den Jugendlichen längst überschritten habe.

Zuckerberg glaubt an seine unternehmerische Mission und liess püntklich zum 10. Facebook-Geburtstag Kritiker und Schwarzmaler mit beeindruckenden Zahlen verstummen. Weltweit tummeln sich 1,2 Milliarden Menschen auf Facebook.

Im letzten Quartal 2013 setzte der US-Konzern 2,6 Milliarden Dollar um, plus 63 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Werbeeinnahmen stiegen auf 2,3 Milliarden (+76 Prozent), die Aktie liegt bei 63 Dollar und der Börsenwert des Unternehmens bei 150 Milliarden Dollar. Totgesagte leben tatsächlich länger und glücklicher.