Traditionelle Medienunternehmen setzen verstärkt auf die Zusammenarbeit mit US-Internetriesen, um ihr digitales Geschäft voranzutreiben. Neun internationale Medien – darunter «Spiegel» und «Bild» – kooperieren künftig mit dem weltgrössten sozialen Online-Netzwerk Facebook, wie die Beteiligten am Mittwoch mitteilten.

Facebook-Nutzer sollen dadurch schnell auf einzelne Berichte zugreifen können, anfangs zunächst auf der Facebook-App (iOS) für iPhones. Mit dem Projekt namens «Instant Articles» könnten die beteiligten Medien extrem schnelle und interaktive Nachrichten veröffentlichen und zugleich die Kontrolle über den Inhalt behalten, sagte Facebook-Manager Chris Cox.

Bezahlmodell auf Facebook

Die Medienunternehmen, darunter auch die «New York Times», die BBC und der «Guardian», können demnach Werbung selbst verkaufen oder dies Facebook überlassen. «Wichtig ist dabei, dass wir nicht nur die Auswahl der Inhalte, sondern auch deren Vermarktung selbst in der Hand haben», sagte die Geschäftsführerin von «Spiegel-Online», Katharina Borchert. Zudem ist nach Angaben des Axel-Springer-Verlags vorgesehen, «während der Testphase ein Bezahlmodell für journalistische Inhalte auf Facebook voranzutreiben».

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Vor kurzem hat auch Google eine Initiative zur Förderung des digitalen Journalismus in Europa vorgestellt. Der US-Konzern will dafür in den nächsten drei Jahren 150 Millionen Euro ausgeben.

(reuters/ise)