Facebook geht in die Offensive: Um das Vertrauen seiner Mitglieder zu stärken und bei Unternehmen glaubhafter rüberzukommen, will das soziale Netzwerk zukünftig Details zu seinem News Feed veröffentlichen. Auf diesem bekommen die Facebook-Nutzer die Status-Updates ihrer Freunde und die Neuigkeiten von Seiten präsentiert, die sie abonniert oder «geliked» haben.

Jetzt hat gemäss dem «Wall Street Journal» das Soziale Netzwerk  auf seiner «facebook- for-business»-Seite mitgeteilt, dass es in Zukunft regelmässig über den spezifischen Algorithmus zu bloggen gedenke, der darüber entscheidet, ob und wann ein bestimmter Beitrag im News Feed eines Benutzers angezeigt wird - oder eben nicht.

Ziel von Facebook-Kritikern

Dieser Algorithmus war bis anhin ein streng gehütetes Geheimnis und gleichzeitig ein bevorzugtes Ziel von Facebook-Kritikern. Diese warfen Facebook nämlich vor, es würde die Beiträge bestimmter Unternehmen blockieren, um sie dadurch zum Kauf von mehr Anzeigen zu animieren.

Anzeige

So haben laut dem «Wall Street Journal» Veränderungen im Ranking-System im vergangenen Jahr zu zahlreichen Protesten von Firmeneigentümern geführt. Diese beschwerten sich offenbar über massiv eingebrochene Leserzahlen, weniger Kommentare und «Gefällt-mir»-Klicks. Facebooks Antwort darauf lautete, dass sie die Änderungen vorgenommen hätten, um Spam-Meldungen einzudämmen. Weiter erklärte Facebook, dass Werbeanzeigen auf einer anderen Formel beruhe als die normalen Posts.

Steigerung auf 70 Prozent

Nun hat Facebook nebst verschiedenen Änderungen auch ein Update seines News Feeds angekündigt. Dadurch sollen bestimmte Beiträge, die weiterhin viele Kommentare und «Gefällt mir» erhalten, erneut ganz oben im Feed angezeigt werden. Normalerweise würden Nutzer 57 Prozent der bezahlten Nachrichten lesen, durch die Änderungen sei dieser Wert in Tests jedoch auf 70 Prozent gestiegen.

(rcv/moh)