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Facebook-Streit: Betrugsbeweis gefunden?

Facebook - wer hat's erfunden? (Bild: Keystone)

Er verlangt die Hälfte von Facebook: Kläger Paul Ceglia wirft Mark Zuckerberg vor, ihn hintergangen zu haben. Die Anwälte des Facebook-Gründers glauben nun, Ceglia der Dokumentenfälschung überführen z

Veröffentlicht am 17.08.2011

Steht ein weiterer Facebook-Konflikt vor dem Ende? Im Streit mit einem ehemaligen Geschäftspartner, der Anspruch auf die Hälfte an Facebook erhebt, glauben Anwälte von Firmengründer Mark Zuckerberg, den entscheidenden Beweis gefunden zu haben.

Bei der Untersuchung eines Computers des ehemaligen Holzpellets-Händlers Paul Ceglia sei dessen Original-Vertrag mit Zuckerberg aus dem Jahr 2004 entdeckt worden, erklärten die Facebook-Vertreter in einem veröffentlichten Gerichtsdokument. Der Name Facebook tauche dort im Gegensatz zu den von Ceglia vorgelegten Kopien nicht auf.

Ceglia behauptet, mit Zuckerberg einen Online-Dienst mit dem Namen thefacebook.com oder «Face Book» geplant zu haben. Zuckerberg habe Ceglia jedoch schliesslich ausgebootet und Facebook allein auf die Beine gestellt. Allerdings habe der Vertrag ihm das Anrecht auf die Hälfte an dem geplanten Online-Netzwerk gegeben, das er jetzt geltend machen wolle. Ceglia untermauerte seine Version der Geschichte zusätzlich zur vorgelegten Kopie eines Vertrages mit mehreren E-Mails. Facebook bezeichnete das alles bereits als Fälschung.

Mit dem nun auf der Computer-Festplatte gefundenen Original-Vertrag glaubt Facebook, den Fälschungsvorwurf beweisen zu können. Als einziges Unternehmen werde dort die Firma StreetFax erwähnt, für die Zuckerberg Programmierer-Arbeiten ausführen sollte, heisst es in dem Gerichtsdokument. StreetFax sollte eine Website mit Fotos von Strassenkreuzungen für Versicherungen werden.

«Zuckerberg Contract page1»

Bisher hatte Facebook eher indirekte Belege für den Vorwurf, Ceglia habe die Unterlagen fabriziert, etwa, dass die Seiten eins und zwei des angeblichen Vertrages erhebliche Unterschiede ausweisen, oder dass sich auf den Servern von Harvard keine Spuren der vorgelegten E-Mails finden. Jetzt ergab die Computer-Analyse laut Facebook auch, dass Ceglia mehrere bisher nicht dem Gericht vorgelegte USB-Sticks benutzt habe, auf denen Dokumente mit Namen wie «Zuckerberg Contract page1» als Bild-Dateien gespeichert worden seien.

Facebook hat grosses Interesse daran, den Streit mit Ceglia schnell aus der Welt zu schaffen - für kommendes Jahr wird ein Börsengang des weltgrössten Online-Netzwerks erwartet. Es könnte dabei nach Expertenschätzungen mit bis zu 100 Milliarden Dollar bewertet werden. Zweifel an Ceglias Glaubwürdigkeit wurden Ende Juni bereits dadurch gestärkt, dass er von zwei renommierten Anwaltsfirmen fallengelassen wurde.

Ceglia ist nicht der einzige, der ein Stück von Facebook haben will. So gehen die Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss seit Jahren gegen Zuckerberg vor. Die einstigen Kommilitonen behaupten, er habe ihnen die Idee für Facebook geklaut. Einen Vergleich mit dem Online-Netzwerk wollen sie aufkündigen, weil Facebook sie dabei angeblich über den Tisch gezogen habe. Sie geben trotz mehrerer Niederlagen vor Gericht nicht auf.

(tno/awp)

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