Der Markt realisiere, dass die globalen Aussichten stärker eingetrübt sind als angenommen. Deshalb rechnet die Finanzexpertin Fleur Platow von der Frauen Investment Planung Schule (Fips) mit einer längeren Wirtschaftsflaute in den USA: «Es ist wie ein Geschwür im Finanzsystem.» Mit Zinssenkungen könnten die Notenbanken nur auf einen kleinen Bereich einwirken. Platow rechnet daher mit einer erhöhten Sparneigung, höherer Arbeitslosigkeit und sinkendem Konsum in den USA. Die Krise mache sich auch in Deutschland auf dem Baufinanzierungssektor bemerkbar und dürfte wohl auf andere Sektoren übergreifen.

 

Weniger pessimistisch ist Markus Hübscher, CEO Barclays Global Investors Schweiz. Die momentane Verunsicherung durch die Subprime-Krise sei auf die Aktienmärkte übergeschwappt. Denn momentan stünden psychologische Faktoren im Vordergrund: «Die Fakten sprechen gegen eine Rezession.» Entwicklungs- und Schwellenländer würden weiter wachsen. Die Schweiz sei breit diversifiziert, was auch konjunkturell eine Stütze sei.

 

Auch Patrick Michelotti, Leiter Treasury bei der NAB, zeigt sich zuversichtlich: «Im 2. Halbjahr ist ein Aufwärtstrend bei den Aktienmärkten möglich.» Im 1. Quartal würden schlechte Neuigkeiten auf den Kurs drücken. Danach rechnet Michelotti mit einer Stabilisierung der US-Wirtschaft. Ab Mitte nächsten Jahres geht er von einer positiven Entwicklung der zyklischen Titel aus.

 

Schliesslich gab der Chefredaktor der «Handelszeitung», Martin Spieler, dem zahlreich erschienenen Publikum folgenden Rat mit auf den Weg: «Kaufen Sie nur Instrumente, die Sie auch verstehen!» Ausserdem empfahl er, nur in Märkte zu investieren, in denen man sich selber Informationen holen kann: «Machen Sie sich selber ein Bild und denken Sie selber, denn schliesslich tragen Sie das Risiko für Ihre Investition.»