Im Fall um den gescheiterten Basler Financier Dieter Behring muss die Task Force der Bundesanwaltschaft beurteilen, welche Punkte vor Gericht kommen und welche fallen gelassen werden sollen. Laut Bundesanwalt Michael Lauber beginnen die ersten Taten zu verjähren.

Dies sagte Lauber in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der «Basler Zeitung». Wirtschaftsdelikte, wie sie Behring vorgeworfen werden, verjähren gemäss Lauber nach 15 Jahren. Das sei bei ersten Taten nun der Fall.

«Die Verfahrensdauer und damit im Ergebnis auch die Verjährungsfrage ist grösstenteils fremdbestimmt», sagte Lauber im Interview. Im Herbst 2012 habe er deshalb die Task Force zum Fall Behring eingesetzt, im Rahmen des von ihm eingeführten operativen Fallcontrollings.

Lauber äusserte sich auch zu bei Behring beschlagnahmten Vermögenswerten: «Insgesamt dürften es Vermögenswerte in der Grössenordnung von einem oberen zweistelligen Millionenbetrag sein.» Gehe man von einem Deliktsbetrag von 800 bis 900 Millionen Franken aus, «wäre das eine Quote von vielleicht zehn Prozent».

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Versprach das schnelle Geld

Dieter Behring steht im Verdacht, Anleger mit hohen Zinsversprechen gelockt und um mehrere hundert Millionen Franken betrogen zu haben. 2004 brach sein Anlagesystem zusammen. Im Zusammenhang mit dem Fall werden insgesamt zehn Personen beschuldigt.

Ihnen werden gemäss ihren Tatbeiträgen gewerbsmässiger Betrug oder Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung oder Misswirtschaft sowie Urkundenfälschungen oder Geldwäscherei zur Last gelegt. Die Zahl der Geschädigten beläuft sich laut Lauber auf inzwischen über 1200.

Behring selbst bedauert die Verluste der Anleger. Er sieht sich aber in keiner Schuld: «Entgegen allen Vorurteilen und Vorwürfen haben wir ein reines Gewissen und werden alles daran setzen, Licht in das komplizierte Dunkel dieser Katastrophe zu bringen», schreibt er auf seiner Internetseite.

(tke/aho/sda)