Die Bundesanwaltschaft (BA) hat gegen die drei verbliebenen Verdächtigen im Fall Ems-Chemie eine neue Anklage eingereicht. Das berichtet die «NZZ am Sonntag». 

Die Klage beschuldigt demnach einen 50-jährigen Unternehmer des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes sowie zwei frühere Mitarbeiter der Ems-Chemie der Verletzung von Geschäfts- und Fabrikationsgeheimnissen. Die beiden seien heute 43 und 81 Jahre alt. Die Bundesanwaltschaft will die Strafanträge für die drei Angeklagten laut «NZZ am Sonntag» an der Gerichtsverhandlung vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona stellen. 

Eine erste Anklage gegen die drei Beschuldigten hatte die BA im vergangenen Mai eingereicht. Im Juli wies eine Einzelrichterin des Gerichts diese aber zurück. Sie kritisierte in erster Linie den einseitigen Bericht des Gutachters in der Anklage. Dieser hatte im Auftrag der BA abklären müssen, ob es sich bei den Informationen, welche die zwei Ems-Mitarbeiter zwischen 2003 und 2006 dem Unternehmer weitergegeben hatten, um Geschäfts- und Fabrikationsgeheimnisse handelte oder nicht. 

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Weil der erste Gutachter in der Zwischenzeit selbst für die Ems-Chemie arbeitete, kam er für die Ergänzung des Berichts nach dem Entscheid des Bundesstrafgerichts nicht mehr infrage, heisst es weiter. Die Bundesanwaltschaft ernannte deshalb der Zeitung zufolge einen zweiten Gutachter, der seinen Bericht im letzten Oktober vorlegte.

(tno)