500 geprellte Kunden, 250 Millionen verschwundene Euro und ein Umfeld, das Mafia-Bezüge vermuten lässt: Die Vorwürfe rund um die Zuger RothsInvest Asset Management sind happig - sie ist deshalb vergangene Woche ins Visier der italienischen Justiz geraten. Auch die Bundesanwaltschaft ermittelt.

Nun ist der Geschäftsführer der Firma gemäss Informationen des Finanznachrichten-Portal «finews.ch» in Deutschland festgenommen worden: Der amerikanisch-italienische Doppelbürger Robert Da Ponte war Mitte Mai zusammen mit seiner Frau Sarah untergetaucht. «Er soll das Betrugssystem aufgezogen und einen Grossteil der fehlenden Gelder weitergeleitet haben», so der Bericht.

Bereits vor einigen Tagen hat die Polizei den 64-Jährigen verhaftet, wie verschiedene italienische Medien berichten. Da Ponte sitze derzeit in Auslieferungshaft, die italienischen Behörden erwarteten seine Überstellung in den kommenden Wochen.

Weder die Staatsanwaltschaft München noch die Bundesanwaltschaft (BA) in Bern wollten gegenüber «Handelszeitung Online» kommentieren. «Ich bin nicht in der Lage, derartige Informationen zu bestätigen», liess BA-Sprecherin Jeannette Balmer ausrichten.

Der Fall ist auch in der Schweiz deshalb brisant, weil mit Nathan Rothschild als VR-Präsident und SVP-Politiker Manuel Brandenberg als dessen Vize zwei prominente Anwälte an der Spitze von RothsInvest Asset Management stehen. Auch Rothschild hat mittlerweile Strafanzeige gegen Da Ponte eingereicht. 

(vst/muv)

 

 

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