Der Genfer Rechnungshof kritisiert in seinem am Donnerstag publizierten Bericht die konfuse Buchhaltung des ehemaligen FC Servette-Besitzers Majid Pishyar. So ist zum Beispiel unklar, was mit einem Teil der staatlichen Subventionen für Nachwuchsspieler geschehen ist.

Der Kanton und die Stadt Genf hatten den Rechnungshof bereits letzten Februar beauftragt zu prüfen, was mit ihren 400'000 Franken Subventionen zu Gunsten der 8- bis 21-jährigen Nachwuchsfussballer geschehen ist. Als der Club im März seine Bilanz deponierte, beliefen sich die Ausgaben für die Nachwuchsspieler seit Saisonbeginn auf rund 260'000 Franken. Offen ist, was mit den restlichen 140'000 Franken geschehen ist.

Geld kam nicht erster Mannschaft zugute

Fest steht, dass das Geld nicht für die erste Mannschaft abgezweigt wurde, wie Stanislas Zuin, Präsident des Rechnungshofes, an einer Medienkonferenz sagte. Auf die Frage, ob sich strafrechtliche Schritte aufdrängen, wollte Zuin nichts sagen. Laut dem Bericht des Rechnungshofes mussten die Junioren unter dem Regime von Pishyar auf nichts verzichten - weder auf ihr Training noch auf die Teilnahme an Meisterschaften. Hingegen mussten ihre Trainer verspätete Lohnzahlungen oder sogar Lohnausfälle hinnehmen.

Der Rechnungshof kritisiert aber auch den Kanton und die Stadt Genf wegen deren Desinteresse und fehlender Kontrolle. Es sei zudem erstaunlich, wie schnell das Geld ausbezahlt worden sei. Der neue Servette-Besitzer, der Kanadier Hugh Quennec, versprach seinerseits, die nötigen transparenten Strukturen zu schaffen.

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(muv/sda)