Bankaktien sinken europaweit. Die Titel der UBS und Credit Suisse gehören zu den schwächsten Aktien im Swiss Market Index – sie verlieren je über 3 Prozent. Besonders hart trifft es aber die Deutsche Bank. Ihr Aktienkurs ist am Montagmorgen auf ein neues Rekordtief eingebrochen. Die Titel verloren bis zum Mittag weit über 6 Prozent. Sie notieren nunmehr bei unter 11 Euro. Der Grund: Kapitalsorgen.

Eine potenzielle Forderung des US-Justizministeriums von 14 Milliarden Dollar für einen Vergleich in Zusammenhang mit hypothekengedeckten Anleihegeschäften (RMBS) ist mehr als doppelt so hoch wie die 5,5 Milliarden Euro an Rückstellungen, welche die Bank für Rechtskosten beiseitegelegt hat. Der Deutschen Bank stehen zudem Untersuchungen im Zusammenhang mit Wechselkursmanipulationen, Edelmetallhandel und Transfer von Dollarbeträgen in Milliardenhöhe aus Russland ins Haus, was die Bemühungen von Vorstandschef John Cryan erschwert, die Profitabilität und die Kapitalquote der Bank zu stärken.

Erbe von Ackermann

Die geforderten 14 Milliarden sind hoch – viel höher als erwartet. Es gehört indes zur Taktik der US-Behörden, mit überrissenen Summen in Verhandlungen einzusteigen. So forderten sie von der Bank of America und von J. P. Morgan anfänglich je 20 Milliarden, von Goldman Sachs 15 Milliarden Dollar. Am Ende bezahlten die Institute 17, 13 und 5 Milliarden Dollar. Die Ergebnisse zeigen, dass es Verhandlungsspielraum gibt. Sie zeigen aber auch, dass die Deutsche Bank nicht billig wegkommen wird.

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Die heiklen Hypothekargeschäfte in den USA, für die die Deutsche Bank nun teuer bezahlen muss, reichen bis zu Beginn des neuen Jahrtausends zurück. In diese Zeit fällt auch die Ära Ackermann. Josef «Joe» Ackermann stand von 2002 bis 2012 an der Spitze des grössten deutschen Geldhauses.

(bloomberg/ise/gku)