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Streit
Familienerben von Sika erringen Etappensieg

Streit um Sika: UEK stärkt Familie den Rücken. Keystone

Die Kommission für Übernahmen erklärt die Opting-Out-Klausel in den Sika-Statuten für gültig. Der Verkauf der Stimmenmehrheit durch die Familie an Saint-Gobain wäre damit rechtens.

Veröffentlicht am 06.03.2015

Die Übernahmekommission (UEK) hat offenbar die Gültigkeit der Opting-Out-Klausel in den Sika-Statuten bestätigt. Damit ist den Familienerben im Streit um den Verkauf des traditionsreichen Baustoffherstellers der Rücken gestärkt worden.

In einer Verfügung hat die UEK festgehalten, die Opting-Out-Bestimmung in den Sika-Statuen sei gültig, solange die Generalversammlung des Unternehmens nicht beschliesse, sie aufzuheben. Dies teilte die Schenker Winkler Holding, in der die Familienerben ihre Anteile an Sika gebündelt haben, am Donnerstagabend mit.

Opting-Out-Klausel nicht missbräuchlich

Veröffentlicht wird die Verfügung der UEK laut Angaben eines Sprechers der Familienerben erst am Freitagmorgen. Die Argumente der Sika-Führung, welche die Opting-Out-Klausel als missbräuchlich betrachtet, haben bei der UEK laut der Familienholding aber kein Gehör gefunden.

So sei laut UEK eine Benachteiligung der Minderheitsaktionäre ausgeschlossen, wenn diese bei der Einführung der Opting-Out-Bestimmung transparent über deren Einführung informiert worden seien.

Offerte laut Statuten nicht obligatorisch

Die sogenannte Opting-Out-Klausel in den Statuten erlaubt es der Schenker Winkler Holding, dem französischen Saint-Gobain-Konzern ihre Unternehmensanteile und damit de facto die Kontrolle über Sika zu verkaufen, ohne dass die anderen Aktionäre eine Offerte für ihre Aktien erhalten.

Die Schenker Winkler Holding, die 16,4 Prozent des Kapitals und 52,6 Prozent der Stimmrechte an Sika hält, hatte den Verkauf ihres Aktienpakets Anfang Dezember angekündigt. Die Verkaufsabsichten stiessen beim Management und dem Verwaltungsrat von Sika auf erbitterten Widerstand.

Rechtsstreit nicht entschieden

Das Management kündigte an, bei einem Verkauf das Unternehmen zu verlassen. Ebenfalls in die Opposition gegen den Verkauf an Saint-Gobain begaben sich zahlreiche Minderheitsaktionäre. Sowohl Unternehmensführung wie Anteilseigner von Sika befürchten, dass der Baustoffkonzern unter dem Dach von Saint-Gobain nicht mehr so erfolgreich sein werde wie bisher.

Der Sika-Verwaltungsrat sprach von einer feindlichen und strategisch unsinnigen Transaktion und beschränkte daraufhin das Stimmrecht der Erbenfamilie auf 5 Prozent.

Mit der Verfügung der Übernahmekommission ist der Streit um Sika daher noch nicht entschieden. Unter anderem hat das Kantonsgericht Zug darüber zu befinden, ob die vom Verwaltungsrat erlassene Stimmrechtsbeschränkung rechtens ist.

(sda/gku)

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