Jenen, die warnend den Zeigfinger in die Höhe recken, sei ins Buch geschrieben: Es wird, wahrscheinlich noch in diesem Jahrzehnt, sicherlich aber ab 2010, von Porsche auch eine Hybridversion des Geländewagens Cayenne geben. Das beruhigt all jene, die nicht auf den Prestige-Offroader aus Zuffenhausen verzichten, aber gleichwohl künftig der Umwelt vermehrt nützen möchten. Der Verbrauch des kombinierten Benzin-Elektromotors soll, ersten Porsche-Schätzungen zu Folge, knapp unter 9 l/100 km zu liegen kommen.

Mit diesem tiefen Durst kann der aktuelle Cayenne GTS, der 405 PS-starke «Lückenschliesser» zwischen dem S (385 PS) und dem Turbo (500 PS), nicht mithalten. Der Verbrauch orientiert sich an amerikanischen Vorgaben. Auf über 14 l/100 km schnellt die Verbrauchsanzeige hoch, auch bei sorgsamem Umgang mit dem Gaspedal. Das ist für ein Luxus-SUV zu viel, selbst dann, wenn die 2,2 t Leergewicht als Entschuldigung in die Diskussion eingeworfen werden. Aber diese Kritik wird die hiesige Cayenne-Fangemeinde nicht vom Kauf abhalten. Importeur Porsche Schweiz AG, Steinhausen ZG, geht davon aus, dass künftig über 20% der Cayenne-Order (oder rund 150 Autos pro Jahr) auf den GTS mit permanentem Allradantrieb fallen.

Das sportlichste Familienmitglied

Porsche lebt vom Prestige – und vom Auftritt. Besonders der GTS. Das Bugteil mit grossen Lufteinlässen und das kraftvolle Heck sind an die Optik des Turbo angelehnt, die Radläufe sind 14 mm weiter ausgestellt, um den Walzen mit Format 295/35x21 genügend Platz zu bieten. Vor allem aber liegt der GTS 24 mm tiefer als der «kleinere Bruder» S. Die Tieferlegung des Fahrwerks vermittelt Agilität, optisch gar eine Spur Aggressivität, eben typischen Sportwagen-Look.

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Erstmals kombiniert die Rennwagenschmiede die Stahlfederung mit dem adaptiven Dämpfungssystem Active Suspension Management. Gewählt werden kann, verteilt auf drei Stufen, zwischen sportlich härterer und komfortorientierter Fahrweise. Den Sturz an Vorder- und Hinterachse stellten die Fahrwerkingenieure leicht negativ ein, sodass der SUV-Bolide noch höhere Querbeschleunigungen erreichen kann – sprich, in Kurven noch besser liegt. Im Verkehr garantiert die elektronische Unterstützung (optional angereichert mit der Wankregelung, die die Seitenneigung des Fahrzeuges begrenzt und ausgleicht) Präzision und Gutmütigkeit ebenso wie Sicherheit.

Ähnlich sportlich geht es auch im Innenraum weiter. Gesessen wird auf 12-Wege-Sportsitzen mit erhöhten Seitenwangen, also sozusagen auf einem Hochsitz. Perfekte Ergonomie und hohe Verarbeitungsqualität entsprechen der Preisklasse und manifestieren dezenten, zurückhaltenden Luxus.

Bleibt noch die Motorisierung. Dem 4,8-l-V8-Sauger mit Benzin-Direkteinspritzung tut die ihm von den Ingenieuren verpasste Leistungsspritze gut, auch wenn es zum S nur gerade 20 PS mehr sind. Diese 20 «Pferdchen» allerdings müssen mit 20000 Fr. zusätzlich etwas gar teuer erkauft werden.