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Süss
FDP-Politikerin Markwalder wird Schoggi-Botschafterin

Markwalder: Ungewollte Lindt-Botschafterin. Screenshot SRF, Blick

Bei den Bundesratswahlen hatten sie ungewollt eine grosse Bühne: zwei Lindor-Kugeln. Das sorgte für Neid bei der Konkurrenz. Markwalder macht darum Platz auf ihrem Ratspult – für noch mehr Schokolade.

Von Marc Iseli
am 29.01.2016

Am 9. Dezember eröffnete die FDP-Politikerin Christa Markwalder kurz nach 8 Uhr morgens die Sitzung der Vereinigten Bundesversammlung. Auf dem Programm stand das heisseste Polit-Event des Jahres: Die Bundesratswahl.

Das Schweizer Fernsehen übertrug die Sitzung live, im Schnitt haben 388'000 Zuschauer die SRF-Berichterstattung verfolgt, was einem Marktanteil von fast 80 Prozent entspricht, bestätigt SRF-Sprecher Stefan Wyss.

Berühmte Lindt-Kugeln

Neben den Berner Politikern hatte aber auch eine Schweizer Schokoladenfirma einen prominenten Auftritt, denn neunmal blendeten die Fernsehleute das Pult von Nationalratspräsidentin Christa Markwalder ein. Darauf: Zwei Lindor-Kugeln.

Markwalder hatte die Schokolade eine Woche zuvor von einem Ratskollegen als süsse Entschuldigung für dessen nicht ganz ratskonformes Benehmen erhalten – und sie in der Folge «vergessen», wie sie in der neuen Ausgabe der «Bilanz» sagt.

Hoher Werbeeffekt

Lindt & Sprüngli kam so in den Genuss von kostenloser Werbung. Der Effekt lässt sich nicht genau beziffern, weil SRF in der sechsstündigen Live-Sendung keine Werbung schaltete und daher Vergleichswerte fehlen. Orientierung bieten die Kosten für einen SRF-Werbeblock. Ein 15-Sekunden-Spot am Morgen kostet jeweils rund 100 Franken, zur Primetime zwischen Tagesschau und Meteo klettern die Beträge auf bis zu 9000 Franken.

Der Gratis-Auftritt von Lindor machte deshalb die Konkurrenz eifersüchtig. Die Schokoladenhersteller reagierten, indem sie Markwalder mit Schokolade überschütteten. Als erstes erhielt die oberste Schweizerin ein Paket mit Perles, Schokoladenkugeln von Cailler, einer Tochterfirma aus dem von Paul Bulcke geführten Nestlé-Konzern. Es folgten weitere Zusendungen. 

Süsser Ausgleich

Im Sinn eines süssen Ausgleichs beschloss Markwalder, ihre Schokoladendekoration auf dem Ratspult regelmässig zu variieren: «Es sollen alle zum Zug kommen», sagt die Freisinnige zur «Bilanz».

So platzierte sie gut sichtbar Produkte vom Freiburger Schoggihersteller Villars oder auch Ragusa von Daniel Blochs Familienunternehmen Camille Bloch. In der Frühjahrssession geht Markwalders Schoggi-Marathon weiter – unter anderem mit Produkten der Migros-Tochter Frey.

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