Die US-Notenbank (Fed) will ihr Zins-Versprechen (Forward Guidance) bald anpassen - trotz des schwachen Jahresstarts der US-Konjunktur. «Da sich die Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent nähert, ist eine baldig Änderung der Forward Guidance angemessen», hiess es im veröffentlichte Protokoll («Minutes») der letzten Fed-Sitzung vom 28. und 29. Januar. Die US-Notenbank hat versprochen, die Leitzinsen aussergewöhnlich niedrig zu halten, zumindest bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gefallen ist.

Die Wall Street hat sich von der Veröffentlichung des jüngsten Sitzungsprotokolls der US-Notenbank nur wenig beeindruckt gezeigt.

Automatismus beid der Drosselung gefordert

Einige Notenbanker drängen bereits auf einen Automatismus beim Abbau der Konjunkturspritzen, wie aus Protokoll hervorgeht. Sie schlugen vor, die Dosis pro Zinssitzung jeweils um zehn Milliarden Dollar zu reduzieren, falls die Wirtschaft weiter auf Erholungskurs bleibe.

Der US-Wirtschaft hat zur Jahreswende eine ungewöhnlich heftige Kältewelle zugesetzt, die auch die Erholung am Arbeitsmarkt abbremste. Die Notenbank hatte auf ihrer Januar-Sitzung dennoch entschieden, die monatlichen Anleihenkäufe weiter herunterzufahren. Sie kauft nun monatlich nur noch Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Volumen von 65 Milliarden Dollar, um den Aufschwung in den USA zu stützen. Im Laufe des Jahres will die Notenbank die Käufe schrittweise verringern und dann komplett einstellen.

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Die Fed-Sitzung vom Januar brachte zugleich die letzte grosse geldpolitische Entscheidung unter dem Vorsitz von Fed-Gouverneur Ben Bernanke, den seine Stellvertreterin Janet Yellen im Februar auf dem Chefsessel ablöste. 

(awp/reuters/dbe)