Ein Grosskunde aus der Speditionsbranche hatte in den letzten Jahren für seine Filialen mehrere 100 Fahrerstand-Doppelstock-Stapler des gleichen Herstellers beschafft. Nach der Übernahme dieses Herstellers wurde dann aber die Produktion dieses Gerätetyps eingestellt, ohne dass den Betreibern eine Alternative zur Verfügung stand. Der Kunde war daher genötigt, sich am Markt nach einem neuen Lieferanten umzusehen. Aus Sicherheitsgründen sollte die Bedienung möglichst identisch zu den Vorgängern sein und die vorhandenen Batterien weiterverwendet werden können.

Da bei Stöcklin eine Neuentwicklung einer Fahrerstand-Baureihe ebenfalls mittelfristig geplant war, wurde dieses Projekt kurzerhand vorgezogen und verknüpft. Dabei wurden auch alle wichtigen Komponenten wie Fahrantrieb (AC), Fahrelektronik, Lenkelektronik und Hubhydraulik neu evaluiert. Nach intensiven Gesprächen mit den Anbietern und diversen Testreihen entschieden wir uns für Motoren von ABM und alle Elektroniken von Curtis, deren Produkte bereits in den neuen ED-Geräten mit grosser Zuverlässigkeit eingesetzt werden.

Von Beginn war klar, dass dies eine neue ES-Baureihe für Niederhub wie auch Hochhub und speziell Doppelstock-Einsatz werden soll. Bei der Ausarbeitung des Pflichtenheftes wurden die Typen nach der ausgelegten Tragkraft eingestuft. Niederhub: ESP 20 (2 t)/ESP 30 (3 t) Doppelstock ESI 12,5 (1,25 t)/ ESI 16 (1,6 t) mit einem Initialhub von 2 t oder 3 t. Bei den Doppelstockgeräten entstanden daraus je ein kundenspezifisches Gerät (ESI 12.5 - N) und das Stöcklin-Standardprodukt ESI 12.5/ESI 16. Von weitem sehen sich beide Typen sehr ähnlich, unterscheiden sich aber bei näherer Betrachtung doch in sehr wesentlichen Teilen (siehe Kasten).

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Kundenspezifisch angepasst

Diese Typen alleine würden aber noch nicht den Begriff «Baureihe» rechtfertigen. Durch die wiederum klar festgelegte Schnittstelle zwischen Antrieb- und Lastteil entstand aus den beiden Doppelstockvarianten auch je ein Typ als Niederhubwagen (ESP 20-N/ESP 20). Wie schon bei dem immer noch parallel lieferbaren Vorgängermodell ESP 2000 kann der Lastteil für höhere Tragkräfte und/oder längere Gabeln kundenspezifisch angepasst werden. Identisch für die gan- ze Baureihe sind der starke 2.5-kW-Drehstromantrieb, die elektrische Servolenkung mit Drehstrommotor sowie die entsprechenden elektronischen Steuerungen, die mit CanBus miteinander verbunden sind. Da diese Gerätetypen fast ausnahmslos im harten Rampeneinsatz in Speditionen oder für Langstreckenfahrten eingesetzt werden, kommt der Robustheit auch der Pratzen mit den Druckstangen und Lastrollen eine spezielle Bedeutung zu.

Neu in der Baureihe sind auch zwei Kommissionierstapler. Auf der Basis des ESP 20 wurde nun neu auch ein Horizontal-Kommissionierer entwickelt, der ESPK 20 mit Standardgabellängen von 1150 mm und 2350 mm. Das nur 800 mm breite Gerät ist bis zu 14 km/h schnell und kann mit Batterien von 465 Ah oder 620 Ah in der «Long-version» ausgerüstet werden. Der seitliche Batteriewechsel ist standardmässig vorgesehen.

Zentraler Deichselkopf

Im Unterschied zu den Fahrerstandgeräten ESP erfolgt die Bedienung nicht über ein Lenkrad und den Multigriff, sondern über einen zentralen Deichselkopf für Fahren und Heben. Für die Bedienung während des Kommissionierens sind seitlich an der Fahrerrückwand Drucktaster für beide Fahrtrichtungen (Kriechgang) montiert. Die Lenkung stellt sich automatisch in «Geradeausstellung» wenn der Fahrer nach dem Verlassen der Maschine diese wieder durch Drücken des Totmannpedals oder durch Betreten der Kontaktfussmatte das Gerät wieder in Betrieb nehmen will. Bei enger Kurvenfahrt wird die Geschwindigkeit automatisch verlangsamt, wobei die entsprechenden Parameter jeweils nach Wunsch des Kunden gesetzt werden können.

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Von Kunden mit jahrzehntelanger Erfahrung wurde diesem agilen Gerät auch die beste «Strassenlage» als Folge des eingebauten Geländeausgleichs attestiert.