In den USA wechseln immer weniger Personen ihre Smartphones: Laut einer UBS-Studie vergrössert sich dabei der Zeitraum zusehends, in welchem die Amerikaner ihr altes gegen ein neues Modell eintauschen. 2012 kippte der Verkaufstrend laut Bericht des «Wall Street Journal» erstmals ins Negative, als nur 68 Millionen Personen auf ein neues Smartphone umstiegen – 9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die UBS rechnet auch fürs laufende Jahr mit einem weiteren Rückgang – um wie viel, schreibt sie jedoch nicht.

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Grosse US-Telekom-Firmen wie AT&T und T-Mobile US haben deswegen neue Preismodelle eingeführt, die es ihren Kunden erleichtern sollen, auf ein neues Smartphone umzusteigen. Der Haken dabei: Sie müssten dabei auf die in den USA typische Subventionierung durch die Telekom-Firmen verzichten. Durchaus fraglich also, ob diese Taktik aufgehen wird.

Fehlende Innovationen

Die UBS macht in ihrer Studie zwei Trends aus: Mit einer Durchdringung von beinahe 70 Prozent haben die Smartphones bei den Mobiltelefonen in den USA einen hohen Sättigungsgrad erreicht. Dadurch schrumpft der Markt für potentielle Kunden zusehends, die weder ein Smartphone noch ein Daten-Abo besitzen. Gleichzeitig sehen immer weniger bestehende Kunden einen triftigen Grund, auf die neuesten Modelle umzusteigen, da es diesen offenbar an wirklichen Innovationen fehlt.

Die Leute mit bestehenden Abos für einen Wechsel auf das neuste Modell zu überzeugen, dürfte immer schwieriger werden, da die Geräte technisch immer ausgereifter sind. Dies bestätigt auch Kevin Packingham, Produkte-Chef von Samsung Telecommunications America gegenüber dem «Wall Street Journal». Er bestreitet jedoch, dass es immer weniger Innovationen bei den Smartphones gäbe – diese seien jedoch eher technischer Natur und für die normalen Konsumenten weniger offensichtlich als bei früheren Entwicklungen, wie zum Beispiel grösseren Bildschirme.

Zurück auf den Wachstumspfad

Ähnlich sieht es T-Mobile-US-Chef John Legere. Er glaubt, dass die Technologie sich weiter verbessere und neue Modelle den Markt wieder auf den Wachstumspfad führen werden. «Dieselben Aussagen hab ich früher von den Handy-Herstellern gehört. Vor der Einführung des iPhones haben diese gesagt, die Technologien seien fertig entwickelt und wir hätten bereits alles gesehen, was es zu sehen gibt», wird er im Bericht zitiert.

Jetzt komme aber eine ganze neue Generation tragbarer Geräte, die einen enormen Einfluss auf die Industrie haben werde, so der Telekom-Veteran Legere.

Riesiges Potential in den Schwellenländern

Der Smartphone-Markt dürfte in den kommenden Jahren noch bedeutend wachsen, vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern. Zu diesem Schluss kommt eine weitere Studie der Marktforschungsfirma IHS. Diese erwartet laut Bericht des Technologieportals «cnet», dass 2013 weltweit 900 Millionen Smartphones verkauft werden – davon allein 150 Millionen von Apples iPhone.

Für das Jahr 2017 rechnet IHS sogar mit insgesamt 1,5 Milliarden verkauften Smartphones.