Dank einem sehenswerten Start weist die Lonza-Aktie einen Kursgewinn von etwas über 8% seit Jahresbeginn auf. Nach einem Plus von 30% im vergangenen Jahr steht das Basler Life-Science-Unternehmen mit einem für 2007 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 20 damit auf einem vergleichsweise hohen Bewertungsniveau. Allerdings schätzen etwa die Analysten von Vontobel für 2009 wieder ein attraktives KGV von 12. Ein so langer Bewertungshorizont sei aufgrund der überdurchschnittlichen Visibilität von Lonza gerechtfertigt, findet man bei Vontobel und empfiehlt den Pharmazulieferer zum Kauf. Vor allem auch dank dem starken Gewinnwachstum sei die Aktie eine interessante Alternative im Life-
Science-Bereich.


Vergleiche nur schwer möglich

Eine Einschätzung, die knapp zwei Drittel aller Analysten, welche das Unternehmen unter die Lupe nehmen, teilen. Der übrige Drittel empfiehlt «Halten». Dieses Vertrauen hat sich Lonza durch die Umwandlung zum spezialisierten Life-Sciene-Konzern erarbeitet. Die vielen Umstrukturierungen und Akquisitionen haben jedoch auch zur Folge, dass bei den am Donnerstag, 26. Juli, veröffentlichten Halbjahreszahlen nur wenig Vergleichbarkeit möglich ist. An den Erwartungen ändert dies jedoch nichts. Trotz Integrationskosten – von den Analysten werden rund 16 Mio Fr. erwartet – wird mit guten Zahlen gerechnet.

Bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hofft man dank guten Kapazitätsauslastungen auf höhere Konzernmargen. Neben sehr guten Halbjahreszahlen rechnet man zudem mit einer Bestätigung des von Lonza bis 2012 in Aussicht gestellten Umsatzwachstums von jährlich 8 bis 12% sowie eines jährlichen Ebit-Wachstums von 15 bis 20%. «Übergewichten» lautet denn auch die Empfehlung der Analysten der ZKB, die auch auf die von Lonza angekündigte Preiserhöhung beim Nahrungsmittelzusatz Niacin von 6 bis 8% hinweisen.

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Einziger Massenproduzent

Hauptwachstumsträger sind bei Lonza jedoch die Divisionen Biopharmazeutika und Exklusivsynthese. Vor allem bei der zweiten herrscht Bewegung. In Visp soll bis Mitte 2008 eine neue Anlage die Produktion von hochwirksamen Pharma-Wirkstoffen (API) im Grossmassstab ermöglichen. Damit werde Lonza zum einzigen Spezialhersteller avancieren, der in diesem Bereich die wachsende Nachfrage mit Massenproduktion befriedigen könne, so die Analysten von Vontobel.

Bachem ist hingegen auf die Produktion von kleineren Mengen, die zur Entwicklung eines Medikaments notwendig sind, konzentriert. Das Baselbieter Biochemie-Unternehmen erhält von drei von vier Analysten eine Kaufempfehlung. Nur bei Vontobel empfiehlt man «Halten». Bis anhin glänzt Bachem mit überdurchschnittlichen Margen und peilt weiterhin eine Ebit-Marge von 30 bis 35% an. Bei Vontobel zeigt man sich jedoch vorsichtig und rechnet mit einem allmählichen Rückgang der operativen Marge. Das zwar auch von ihnen erwartete weitere Wachstum, sei bereits grösstenteils im aktuellen Aktienkurs enthalten, so die Vontobel-Analysten. 11% Kursgewinn gab es 2007.

Von Höhenflügen war bei der niederländischen DSM bis jetzt nicht viel zu sehen. Der Feinchemiekonzern kam seit Jahresbeginn überhaupt nicht recht vom Fleck. Auch das bereits zur Hälfte eingelöste Aktienrückkaufsprogramm 2007 in der Höhe von 508 Mio Euro konnte dem Aktienkurs noch keinen Auftrieb geben. Beim Researchunternehmen SNS Securities empfiehlt man dennoch «Akkumulieren». Der Markt brauche einfach noch mehr Visibilität und Beweise für das Potenzial des Unternehmens.