Die Industriegruppe Feintool hat im Kurzjahr 2011 - also in den Monaten Oktober bis Dezember - mit den weitergeführten Geschäftsteilen den Gewinn deutlich gesteigert. Die in allen Segmenten robusten Auftragseingänge führten auch zu einem signifikanten Umsatzplus. Die Gruppe rechnet in Zukunft mit weiterem Wachstum.

Der Gewinn des weitergeführten Geschäfts betrug im Kurzjahr 2,2 Millionen Franken nach 0,8 Mio in der vergleichbaren Vorjahresperiode, teilte das Lysser Unternehmen am Dienstag mit. Mit den nicht mehr weitergeführten respektive veräusserten Bereichen Plastic/Metal Components, Nietmaschinen (BalTec) und Automationskomponenten (Afag) erzielte Feintool einen Gewinn von 0,4 Mio nach 0,7 Millionen Franken.

Steigende Margen

Der Betriebsgewinn EBIT wurde mit 5,1 Millionen nach 3,4 Millionen Franken angegeben. Dabei habe die Umstellung des Geschäftsjahres einmalige Aufwendungen in der Höhe von 0,8 Millionen Franken verursacht, hiess es. Der Bruttogewinn wuchs auf 35,3 Millionen von 30,0 Millionen Franken. Der Gruppe gelang damit eine Steigerung der EBIT-Marge auf 5,0 Prozent (Vj 3,7 Prozent) bzw. der EBITDA-Marge auf 8,9 Prozent (8,0 Prozent).

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Zum Ergebnisanstieg hätten alle Bereiche einen Beitrag geleistet, erklärte CFO Thomas Bögli an einer Telefonkonferenz. Das Komponentengeschäft System Parts konnte den EBIT trotz der Startkosten für den neuen Produktionsbetrieb in China erhöhen und trug 3,7 Millionen Franken bei. Allein das Geschäft in den USA habe einen positiven EBIT-Beitrag von 0,9 Millionen Franken geleistet.

Derweil steigerte das Pressengeschäft Fineblanking Technology dank einer «sehr guten» Auslastung den EBIT auf 2,8 Millionen Franken. Die IMA Automation erzielte bei einer Marge von 8,4 Prozent einen EBIT von 1,4 Millionen Franken.

Die Vermögens- und Finanzlage bleibe mit einer Eigenkapitalquote von 39,6% (Vj 37,3%) weiterhin solide. Die Nettoverschuldung sank per Ende Jahr auf 36,3 Millionen Franken, wozu vor allem der Verkauf des ehemaligen Mühlemann-Gebäudes in Biberist beigetragen habe.

Nachfrage hält an

Wie bereits Ende Januar mitgeteilt, ist der Umsatz der Feintool-Gruppe im Kurzjahr um 11 Prozent auf 101 Millionen Franken und der Auftragseingang um 4,6 Prozent auf 100 Millionen Franken gestiegen. Währungsbereinigt lagen die entsprechenden Wachstumsraten bei +16 Prozent und +9,1 Prozent. Der Auftragsbestand blieb im Vergleich zu Ende September mit 186 Mio praktisch konstant, gegenüber Ende 2010 ergab sich aber ein Plus von 28 Prozent.

Bei System Parts habe sich die Nachfrage weiterhin auf hohem Niveau bewegt, sagte CEO Heinz Loosli. Dabei sei man in den USA und in Japan in der Produktion von Sitzverstellern nahe an die Kapazitätsgrenze gestossen. Zudem konnte der Bau der neuen Fabrik im chinesischen Taicang auf Ende 2011 abgeschlossen werden, eröffnet wird die Fabrik Mitte Mai. Bereits gewann Feintool in diesem Werk mit Toyota einen wichtigen Kunden für feingeschnittene Sitzkomponenten.

Beim Absatz von Feinschneidepressen sei die Ende 2011 noch abwartende Haltung bei europäischen Kunden im neuen Jahr stark zurückgegangen. Die Kunden würden alte Pressen durch neue, leistungsfähigere und damit effizientere Maschinen ersetzen. Ausserdem erziele Feintool in diesem Segment erste Erfolge mit neuen Serviceleistungen.

Ziele bestätigt

Für 2012 rechnet das Management nach wie vor mit einem Umsatz zwischen 350 und 390 Millionen Franken sowie einer EBIT-Marge von 4 bis 6 Prozent. Langfristig soll der Jahresumsatz auf gegen 0,5 Milliarden Franken und die Marge leicht über den derzeit angestrebten Zielbereich steigen, erklärte Bögli.

Wachsen will Feintool sowohl über Zukäufe als auch organisch. Bereits habe man grosse, langfristige Aufträge gewonnen, so Loosli. Zudem könnte die Gruppe dank der guten Finanzlage, sich am Markt bietende Wachstumschancen nutzen. Auf der anderen Seite dürfte sich Feintool nach dem Verkauf von IMA Automation Berlin auch von den restlichen Aktivitäten des Segments Automation trennen, da es an Synergiepotential fehle. Entschieden sei dazu aber noch nichts, sagte der CEO.

Feintool publiziert die Zahlen für den kurzen Zeitraum von einem Quartal, da das Unternehmen per 2012 das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr angepasst hat.

(aho/awp)