Die Industriegruppe Feintool trennt sich von seiner Sparte Automation und konzentriert sich auf die Bereiche Feinschneiden und Umformen. Die IMA Automation Amberg wird für 24 Millionen Franken an die deutsch-chinesische Preh GmbH verkauft. Die Analysten werten den Schritt positiv, und die Aktie reagiert mit leichten Aufschlägen.

In der Folge passt Feintool ihre Guidance für das Gesamtjahr an, bestätigt aber die mittelfristigen Ziele. Neu rechnet die Gruppe für 2014 mit einem leicht tieferen Umsatz von 470 bis 480 Millionen Franken und einer leicht höheren Betriebsgewinnmarge (Stufe Ebit) von 6,7 Prozent. Bisher hat das Management einen Umsatz von 480 Millionen und eine Ebit-Marge von 6,6 Prozent anvisiert. Mittelfristig werde weiterhin ein Umsatz von 600 Millionen und eine Ebit-Marge von 8 Prozent angestrebt, teilte Feintool am Dienstagabend mit.

Standort Amberg bleibt erhalten

Die Preh GmbH übernimmt sämtliche Geschäftsanteile von IMA Automation Amberg. Die über 240 IMA-Mitarbeitenden werden übernommen und auch der Standort Amberg bleibt erhalten. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden. Der Kaufpreis beinhaltet die Anteile sowie das Betriebsgrundstück.

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«Mit dem Verkauf von IMA schliesst Feintool die in den letzten Jahren verfolgte Fokussierungsstrategie ab», lässt sich Verwaltungsratspräsident Alexander von Witzleben zitieren. Die Gruppe werde sich vollumfänglich auf die Herstellung hochpräziser Serienteile mittels Feinschneiden und Umformen sowie Systemlösungen für Feinschneiden konzentrieren. Den Erlös aus dem Verkauf will Feintool für weiteres Wachstum und die Stärkung der Kapitalstruktur verwenden.

Aktie leicht im Plus

Feintool habe sich endlich vom Bereich Automation trennen können, nachdem ein Verkauf hier bereits lange geplant war, schreibt der Analyst der Bank Vontobel. Obwohl hochprofitabel, sei der Verkauf angesichts des erratischen Projektgeschäfts nicht einfach gewesen. Die Gewinn-Volatilität spiegle sich auch im Kaufpreis wider, und der Verkaufsertrag wird auf 7 Millionen Franken geschätzt.

Die Fortsetzung der Fokussierungsstrategie sei trotz des kurzfristig leicht negativen Einflusses auf die Profitabilität zu begrüssen, schreibt der Analyst der ZKB. Im Gegensatz zum Betätigungsfeld von IMA Automation verfüge Feintool im Nischenmarkt des Feinschneidens als Marktführer über eine gute Positionierung. Somit könne sich das Unternehmen auf die Bereiche System Parts und Fineblanking Technology konzentrieren.

Die Aktie von Feintool notiert um 09.45 mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent bei 93.15 Franken. Der Gesamtmarkt, gemessen am SPI, zeigt sich ebenfalls in dieser Grössenordnung etwas fester.

(awp/vst/sim)