Die Lysser Industriegruppe Feintool hat den Umsatz im ersten Halbjahr 2013 akquisitionsbedingt deutlich gesteigert. Dabei wurden im Automobilbereich weitere Grossaufträge von Premiumherstellern an Land gezogen. Die Ziele für das Gesamtjahr 2013 und darüber hinaus wurden bestätigt, zudem hat der Aktionär Mubea die Beteiligung erhöht.

Der Umsatz wuchs in den Monaten Januar bis Juni um 15 Prozent auf 225 Millionen und der Auftragseingang um 37 Prozent auf 277 Millionen Franken, wie Feintool mitteilte. Der Hauptgrund für das starke Wachstum ist die Übernahme des deutschen Umformspezialisten Herzing + Schroth im Mai 2012, die 32 Millionen zum Umsatz beitrug. Dagegen sind durch den Verkauf der IMA Berlin im Vorjahr Erlöse in Höhe von 3,3 Millionen weggefallen. Ohne diese Effekte ist der Umsatz auf Vorjahresniveau und der Auftragseingang 21 Prozent höher.

Automobilindustrie

Die Automobilindustrie als wichtigster Absatzmarkt habe sich weltweit unterschiedlich entwickelt, heisst es dazu. Während sich Nordamerika erholte und die Automobilproduktion in Europa erneut rückläufig war, blieb der asiatische Markt auf Wachstumskurs.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA erhöhte sich um 3,5 Prozent auf 22,4 Millionen Franken, während die entsprechende Marge mit 10,0 Prozent auf dem (bereinigten) Vorjahresniveau blieb. Demgegenüber sank der EBIT um 29 Prozent auf 9,2 Millionen Franken. Aufgrund der eingeschlagenen Investitionsstrategie hätten sich die Abschreibungen um 4,5 Millionen auf 13,2 Millionen erhöht, heisst es dazu. Entsprechend sank die EBIT-Marge auf 4,1 Prozent von 5,6 Prozent zurück. Unter dem Strich resultierte noch ein Reingewinn von 5,4 Millionen, nach 6,4 Millionen im Vorjahr. Mit diesen Zahlen lag Feintool gut in den Prognosen der Banken ZKB und Vontobel.

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Wachstum in der Teilefertigung

Im Bereich System Parts (Teilefertigung) kletterte der Auftragseingang um 60 Prozent auf 216 Millionen Franken. Zwar stammten 40 Millionen davon aus dem neu erworbenen Umformbereich, das organische Wachstum habe dennoch beachtliche 34 Prozent betragen, so Feintool. Der Umsatz erhöhte sich um 29 Prozent auf 171 Millionen (organisch: +4,4 Prozent), wobei mehr als die Hälfte davon in Europa erwirtschaftet wurde, 32 Prozent in den USA und noch 13 Prozent in Asien.

Im Bereich Investitionsgüter (Fineblanking Technology) verzeichnete der Auftragseingang einen Rückgang um 16 Prozent auf 47,4 Millionen Franken. Dies sei eine Folge geringerer gruppeninterner Aufträge, während sich das Minus von 3,1 Prozent mit Drittkunden in Grenzen gehalten habe. Der Umsatz der Sparte erhöhte sich leicht um 1,2 Prozent auf 47,0 Millionen.

Der Auftragseingang in der Automationstechnik sank um 23 Prozent auf 18,6 Millionen Franken, der Umsatz erreichte noch 19,6 Millionen. Mit einem Auftragsbestand in Höhe von 25,4 Millionen sei die Auslastung in den nächsten sechs bis acht Monaten aber gesichert.

Ziele bestätigt – Steuerbesitz sinkt

Weiter bestätigte Feintool die Guidance für das laufende Jahr und rechnet entsprechend weiterhin mit einem Umsatz von 480 Millionen Franken und einer operativen Marge leicht unter dem Vorjahreswert von 5,1 Prozent. Man gehe insgesamt von einer stabilen weltweiten Branchenkonjunktur aus, heisst es. Mittelfristig rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 600 Millionen und einer Marge von 8,0 Prozent.

Weiter gab das Unternehmen bekannt, dass die Mubea Engineering AG mit Sitz in Heiden ihre Beteiligung an Feintool von 6,08 Prozent auf 11,12 Prozent aufgestockt hat. Damit reduziere sich der Streubesitz auf neu 29,8 Prozent nach zuvor rund 39 Prozent.

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(tke/aho/awp)