Die Industriegruppe Feintool hat im ersten Halbjahr trotz des Einflusses des starken Frankens den Umsatz mehr oder weniger gehalten. Im weitergeführten Geschäft sank der Umsatz in der Berichtswährung Franken um 0,5 Prozent auf 244 Millionen Franken, währenddem er in Lokalwährungen berechnet um 4,3 Prozent zulegte. Die beiden Schweizer Fabrikationen hätten aufgrund der Aufwertung des Frankens zum Euro 3,3 Millionen an Umsatz verloren, teilt die auf das Feinschneiden und Umformen von Metallteilen spezialisierte Gruppe am Mittwoch mit.

Weltweit habe sich die Automobilindustrie insgesamt erfreulich entwickelt. Während der nordamerikanische Markt auf hohem Niveau verharrte, zeigte sich die Automobilproduktion in Europa gegenüber dem tiefen Vorjahresniveau leicht erholt. Der asiatische Markt blieb derweil auf Wachstumskurs.

Weniger Gewinn

Deutlicher drückten die Wechselkurseffekte auf die Ergebnisentwicklung durch. Der Betriebsgewinn sank auf Stufe Ebitda um 7,6 Prozent auf 28,3 Millionen Franken (-1,6 Prozent in LW) und auf Stufe Ebit gar um 16 Prozent auf 14,6 Millionen (-9,0 Prozent). Die entsprechenden Margen belaufen sich auf 11,6 Prozent (Ebitda) bzw. auf 6 Prozent (Ebit). Das Konzernergebnis brach um 38 Prozent auf 7,4 Millionen ein.

Der freie Cash-Flow betrug nach sechs Monaten -10,4 Millionen Franken. Darin enthalten seien Ausgaben für Investitionen, etwa in die eigene Infrastruktur oder für den Kauf eines neuen Produktionsbetriebes in Ost-Deutschland in Höhe von insgesamt 19,8 Millionen.

Weniger Aufträge

Der Auftragseingang im Investitionsgütergeschäft (Fineblanking Technology) sank in den ersten sechs Monaten um 4,1 Prozent auf 44,3 Millionen Franken. Allerdings konnte im zweiten Quartal – wenn auch auf tiefem Niveau – eine Steigerung von 9,6 Prozent verzeichnet werden. Der Spartenumsatz ging im Halbjahr um beinahe 16 Prozent auf 39,8 Millionen zurück.

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Im Teilefertigungssegment System Parts erhöhte sich der Umsatz dagegen um 3,2 Prozent auf 212 Millionen Franken. Sämtliche Regionen seien in lokaler Währung weiter gewachsen, so Feintool. Währungsbereinigt stieg der Umsatz gar um 8,8 Prozent. Der Umsatzanteil Europas betrug 50,5 Prozent, der USA-Anteil 39,4 Prozent und derjenige Asiens 10,1 Prozent.

Ausblick justiert

Im Ausblick zeigt sich Feintool zuversichtlich und erwartet für die zweite Jahreshälfte eine grundsätzlich positive Geschäftsentwicklung. Basierend auf den heutigen Rahmenbedingungen scheine ein Umsatz von rund 500 Millionen Franken und eine Ebit-Marge zwischen 6 und 7 Prozent realistisch, heisst es. Noch im April wurde mit einem etwas tieferen Jahresumsatz zwischen 460 und 480 Millionen Franken und einem Ebit von 27 Millionen gerechnet.

Mittelfristig hält das Unternehmen an der Zielsetzung eines Umsatzes von 600 Millionen Franken und einer operativen Marge von 8 Prozent fest.

(awp/ise/ama)