Das Vermittlungsportal Airbnb ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. In 34'000 Städten rund um den Globus ist das amerikanische Unternehmen bereits aktiv. 30 Millionen Übernachtungen vermittelt es. Angeführt wird die Liste der beliebtesten Airbnb-Städte von Paris. Die Hauptstadt Frankreichs führt mit 40'000 Unterkünften noch vor New York und London.

Touristisch gut erschlossen, locken sie Reisende in Scharen. Lokale Anbieter nutzen Airbnb dementsprechend intensiv. Weit weniger bekannt ist jedoch, dass der digitale Bettenvermittler seine Aktivitäten auch auf krisengebeutelte Regionen ausgeweitet hat.

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Über Airbnb nach Gaza City

Beispiel Palästina: Auf dem Online-Portal sucht der Nutzer nach einer passenden Unterkunft an seinem bevorzugten Reiseziel. Für die Suchanfrage Palästina werden 35 Unterkünfte im Palästinensischen Autonomiegebiet angezeigt. Die Preise für eine Übernachtung liegen in dieser Region durchschnittlich bei 35 Franken und Nacht. Sogar im Gaza Streifen kann ein Appartement mit Doppelbett und Meerblick gebucht werden. 

Auch in anderen Krisenregionen bietet Airbnb seine Diente an. Dazu gehören Länder wie Libyen, in denen eine extrem labile Sicherheitslage vorherrscht. Die Schweizer Botschaft in Tripolis wurde vorübergehend geschlossen und das EDA empfiehlt das Land zu verlassen. Nur wenige Kilometer von der Schweizer Botschaft entfernt können über Airbnb problemlos Unterkünfte gebucht werden.

Airbnb setzt auf Eigenverantwortung

In weitere Ländern wie Somalia, Irak, Pakistan oder Jemen stellen Airbnb-Anbieter ebenfalls privaten Wohnraum zur Verfügung. Insgesamt ist das 2008 gegründete Unternehmen in über 190 Ländern aktiv.

Airbnb sieht sich als «gemeinschaftlicher Marktplatz» für Unterkünfte und appelliert an das Gewissen der Anbieter und den Anstand der Reisenden. Passend zu dieser auf Eigenverantwortung basierten Haltung ist es Sache der Beteiligten die Sicherheitslage am jeweiligen Reiseziel zu beurteilen. Das Unternehmen mit Sitz in San Francisco meint auf Anfrage: «Wir verlangen von den Gastgebern die lokalen Gesetze einzuhalten und fordern sie dazu auf für grundlegende Sicherheitsstandards in der Unterkunft zu sorgen. Auf der anderen Seite sollten Gäste, wie bei jeder anderen Reise auch, die Reisehinweise ihrer Regierungen beachten».