Wer träumt bei den kühlen Temperaturen in der Schweiz nicht von ein paar warmen Ferientagen an der Sonne. Passend dazu lancieren die drei grössten Reiseveranstalter des Landes die nächste Sommersaison - sie dauert vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2010. Eine Umfrage bei Kuoni, Hotelplan und TUI lässt für die Ferienbudgets der Schweizer Konsumenten erneut Gutes erahnen: Die Preise werden im Vergleich zum Vorjahr zwischen 5 und 15% sinken - bereits zum x-ten Mal in Folge.

«Die Preise fallen Jahr für Jahr. Ich kann mich nicht erinnern, wann die Preise das letzte Mal gestiegen sind», sagt Thomas Stirnimann, CEO von M-Travel Switzerland, die Schweizer Geschäftseinheit der Migros-Reisetochter Hotelplan-Gruppe. Diesmal liege es - infolge der Wirtschaftskrise - vor allem an den besseren Einstandskonditionen der Lieferanten.

Die neuste Preisrunde fällt je nach Zielgebiet, Flugleistung und Unterkunftsform unterschiedlich aus, wie die befragten Unternehmen gegenüber der «Handelszeitung» ausführen. Einzig TUI, die Nummer drei unter den hiesigen Anbietern, vermag die Nachlässe etwas aufzuschlüsseln.

TUI offeriert zusätzliche Anreize

Roland Schmid, Sprecher von TUI Suisse, erklärt: «Dank sinkenden Einkaufspreisen für Kerosin, Energie und Lebensmittel verringern sich die Preise für die Marke TUI über alle Gebiete gerechnet im kommenden Sommer um 7% auf der Fernstrecke und um 10% auf der Mittelstrecke.» Frühbucher könnten bis am 28. Februar 2010 noch mehr sparen: Je nach Angebot gebe es zusätzliche Anreize.

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Am Beispiel der Preisbrechermarke 1-2-Fly vermag TUI Suisse die allgemeine Ersparnis regional am besten zu zeigen: Besonders attraktiv werden die Sommerferien laut Schmid auf den Kanaren (-13%) und Balearen (-10%) so- wie in Tunesien (-8%), der Türkei (-7%) und Griechenland (-5%).

Kuoni verhandelt laufend nach

«Wir erwarten für die Sommersaison 2010 ebenfalls Reduktionen von bis zu 15%», sagt Peter Brun, Sprecher des Branchenprimus Kuoni. Wobei sich diese noch nicht nach Destinationen aufschlüsseln liessen. Klar sei, dass die Tendenz der Senkungen bei der preisagressiven Massenmarke Helvetic Tours deutlich höher ausfalle als bei der Premiummarke Kuoni, weil sich diese nicht über den Preis definiere. Es sei aber denkbar, dass nach den in diesem Jahr eingeführten Kuoni-Sale-Broschüren «Luxuriös sparen» für das kommende Jahr eine Neuauflage gebe. «Wir verhandeln die Preise weiter laufend nach», ergänzt Brun. Zudem könne man mit den vor Kurzem lancierten Tagespreisen bei Helvetic Tours neue Vorteile zügig an die Kunden weitergeben.

«Auch bei uns bewegen sich die Preisreduktionen im Rahmen von 5 bis 15% - partiell werden es sogar etwas mehr», so Thomas Stirnimann, Chef der Nummer zwei M-Travel Switzerland. Als besonders günstige Länder für die nächsten Sommerferien macht er Griechenland, die Türkei und Ägypten aus.

Anlässlich des 75. Geburtstags der Marke Hotelplan im nächsten Jahr hat M-Travel Switzerland nun eine Jubiläumsbroschüre mit 75 Top-Angeboten auf den Markt gebracht. «Das sind momentan die wohl attraktivsten Angebote in der Schweiz», meint Stirnimann.

Darin sind nicht nur Badeferien rund ums Mittelmeer zu finden, sondern auch Überseeziele, Städtereisen, Themenparks oder Kreuzfahrten. Erster Haken: Man muss bis am 16. Januar 2010 buchen - dafür kann man zwischen 1. März und 31. Oktober 2010 reisen. Zweiter Haken: Einige Aktionen sind schon ausgebucht.


IT: Kuoni holt sich ein blaues Auge

Vor zwei Jahren konnte das dänische IT-Unternehmen Mondo den Schweizer Reisekonzern Kuoni als seinen bis dato grössten Kunden gewinnen. Nun hat der an der Börse in Kopenhagen notierte Vertragspartner seine Bilanz deponiert. Mondo war auf Software-Lösungen für die Reiseindustrie spezialisiert. Die Firma wurde 1994 gegründet und beschäftigte zuletzt 250 Mitarbeiter.

Zu den Folgen für Kuoni er- klärt Konzernsprecher Peter Brun auf Anfrage der «Handelszeitung»: «Der Konkurs hat keine Auswirkungen, da wir die Leistungen jenes Teils von Mondo, der Konkurs ging, bereits zuvor zu anderen Anbietern gewechselt haben.» Auch der Datentransfer konnte ihm zufolge sichergestellt werden, obwohl Kuoni in gewissen Teilen bis zum Schluss mit Mondo zusammengearbeitet hat. Mondo war für Kuoni ein Hosting-Partner und Mitentwickler im Bereich der Travel Engines. Geld hat Kuoni laut Brun mit Mondo nicht verloren, da alle Leistungen erbracht wurden. (ncb)