Trotz der internationalen Subprime-Krise und dem Rückgang der Bautätigkeit im letzten Jahr sind die Preise für Ferienhäuser in Griechenland, besonders auf Kreta und den Inseln der Ägäis, weiterhin relativ hoch.

Im Gegensatz dazu haben die Immobilienpreise in den Grossstädten nachgegeben, bei den gewerblich genutzten Immobilien blieben sie in bestimmten Gegenden von Athen und Thessaloniki auf gleichem Niveau, sofern sie verkehrsgünstig angebunden sind oder an einer Metrostation liegen. «Obwohl sich die Zinsen für Immobilienfinanzierungen innerhalb von drei Jahren verdreifacht haben, sind sie noch niedrig genug, damit die Grundstückspreise nicht fallen», sagt Theodoros Charagionis, CEO des Immobilienunternehmens Akropol-Charagionis.

Veränderte Steuern

Im laufenden Jahr wird der griechische Immobilienmarkt durch die neue Steuergesetzgebung beeinflusst. Dazu gehört die Befreiung der Erstwohnung von der Verkehrs- und Erbschaftssteuer. Wichtig sind in der Raumplanung auch die voraussichtlich vom Umweltministerium zu verabschiedenden neuen Bebauungskoeffizienten. Gemäss Aristotelis Karytinos, Leiter der Immobilienabteilung der EFG Eurobank, liegt das Hauptinteresse der ausländischen Investoren «auf Ferienimmobilien in Korfu, Mykonos, Rhodos und Kreta, deren Preise deshalb wohl anziehen werden».

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Trotz der Unsicherheit beim Eigentümerstatus, den fehlenden Infrastrukturmassnahmen (Wasserknappheit, Unterbrechungen bei der Stromversorgung, ungenügende Kanalisation) und der Erhöhung der steuerlichen Berechnungsgrundlagen für Immobilien erwerben ausländische Investoren unverändert viel Grundbesitz in Griechenland. In einzelnen Gebieten wie Mani, wo ganze Dörfer von Deutschen bevölkert werden, treten sie besonders aktiv auf. Daneben gibt es kleine Kolonien von Engländern, Holländern und Schweizern, die teils in den Exekutiven der Inselorte vertreten sind. 2006 flossen rund 170 Mio Euro nach Griechenland in Immobilien.

«Wir erwarten, dass das ausländische Interesse einen Ferienhausmarkt belebt, der bisher eher stagnierte», betont Giannis Revythis, Präsident des Athener Maklerverbandes. Die inländische Nachfrage nach Gewerbeimmobilien soll demnächst auch anziehen, ebenso wie das ausländische Interesse an Golfplätzen und Ferienzentren. Der Umweltschutz und die Sauberhaltung von Stränden und Ufern, eine Geissel der Moderne, haben bei den griechischen Behörden erste Priorität. Man will damit mögliche Strafen der EU-Kommission verhindern. Die ungenügenden Schutzmassnahmen gegen Feuersbrünste, wie sie im letzten Jahr auf dem Peloponnes, in Euböa und Chalkidiki zu beobachten waren, bilden einen ständigen Anlass zur Besorgnis.

Ab 2009 sollen die Wohnhäuser mit über 200 m2 Grundfläche sowie Grundbesitz im Wert von insgesamt 300000 Euro besteuert werden. Grundstücksfirmen sollen jährlich 0,6% ihres Immobilienwertes an Steuern entrichten, mit Ausnahme der als gemeinnützig anerkannten Institutionen, denen die Steuer nur zur Hälfte auferlegt wird.

Reges Interesse

Im vergangenen Mai wurde von Real Travel die erste internationale Ausstellung Tourism and Property auf dem Gelände des früheren Athener Flughafens abgehalten, die reges Interesse auch im Ausland verzeichnete. Panos Skliamis, Direktor von Real Travel, ist bezüglich der in Athen vom 22. bis 24. Februar 2008 geplanten Road Show optimistisch. Sie soll ausländischen Käufern den Markt für griechische Ferienhäuser noch schmackhafter machen.