«Die neue Division Vifor Pharma ist aufgebaut und operativ tätig», sagt Etienne Jornod, CEO und Verwaltungsratspräsident von Galenica. Diese besteht aus dem ehemaligen Galenica-Bereich Vifor und Aspreva, dem kanadischen Pharmaunternehmen, das Galenica im 4. Quartal 2007 für umgerechnet mehr als 1 Mrd Fr. übernommen hat.

Formell konnte die Transaktion Anfang Januar abgeschlossen werden. «Der Integrationsprozess läuft nach Plan», beruhigt Jornod diejenigen Analysten und Investoren, die sich über den hohen Kaufpreis etwas besorgt zeigten. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 erzielte die gesamte Galenica-Gruppe einen Umsatz von 2,5 Mrd Fr.

Neue Kompetenzen

Trotzdem muss er zugeben: «Unsere Organisation erlebt mit der Akquisition einen fundamentalen kulturellen Wandel, der nie abgeschlossen sein wird.» Gleichzeitig verteidigt der Galenica-CEO und Verwaltungsratspräsident diesen hohen Kaufpreis: «Er war korrekt und basierte auf Analysen über die Entwicklung der Verkäufe.» Jornod weiter: «Aus strategischer Sicht war er speziell attraktiv, weil wir mit der Akquisition von Aspreva nicht nur zusätzliche Einnahmen generieren, sondern auch hervorragende Kompetenzen erworben haben.»

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Am kommenden 18. März stellt Galenica die kompletten Ergebnisse des Jahres 2007 vor. Dann will Jornod auch erläutern, welche Pläne er 2008 mit Vifor Pharma hat.

Nach dem Zukauf in Kanada sei die Abspaltung dieser Division nicht aktuell. «Zurzeit ist ein IPO von Vifor Pharma als eigenständiges Unternehmen kein Thema. Das Potenzial von Galenica ist so gut, dass es falsch wäre, die Gruppe jetzt zu splitten», sagt Etienne Jornod.

Er denkt lieber an die nächsten Zukäufe: «Natürlich können weitere Akquisitionen folgen. Im Moment liegt der Fokus aber auf der kulturellen Integration.»

Neben der Integration der Kanadier muss sich die Berner Pharmagruppe mit über 2800 Mitarbeitern 2008 aber vor allem auch um ihr neues Galenica-Eisenpräparat Ferinject kümmern. Dieses intravenös zu verabreichende Medikament ist seit November 2007 in Deutschland und seit Februar 2008 in der Schweiz erhältlich. «Ferinject ist sehr gut angekommen und stösst auf grosses Interesse», verrät Etienne Jornod.

«Sehr gut» ins 2008 gestartet

In den USA hingegen war es ungewiss, ob Ferinject die Zulassung erhalten werde. Zur Überraschung der meisten Branchenbeobachter erfolgte diese vor wenigen Wochen. Entsprechend erhöhten die Analysten ihre Kursziele. Jetzt beträgt dieses im Schnitt 502 Fr.

Auch dank den Aktivitäten in den Bereichen Logistik (darunter Galexis) und Informatik (u.a. Documed) sowie den rund 230 Apotheken (Amavita, Coop Vitality und Mediservice-Versandhandel) will Etienne Jornod auch 2008 weiter wachsen. «Alle unsere Bereiche sind sehr gut ins Jahr 2008 gestartet», lässt er bereits durchblicken.