«Andere Länder verbünden sich miteinander und kämpfen um Standortvorteile», sagt Börsenpräsident Peter Gomez im Interview mit der «Handelszeitung». Doch der Bundesrat habe bisher nur reagiert. «Jetzt müssen in der Schweiz die besten Köpfe und Entscheidungsfinder den Masterplan so aufsetzen, dass wir im Herbst etwas Besseres vorweisen können als die Vorschläge der Politik.» In zehn Tagen finde die erste Sitzung statt. «Auf der Seite des Bundes werden die Personen vertreten sein, die wirklich die Fäden in der Hand haben, so Philipp Hildebrand und Peter Siegenthaler.»

Damit gehören der neuen «Kerngruppe Masterplan» neben acht bis zehn Spitzenvertretern aus der Bank- und Versicherungsbranche auch der künftige Präsident der Nationalbank und der Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung an. Ziel der Strategiegruppe sei es, bis zur Herbstsession der eidgenössischen Räte im September einen Vorschlag zu erarbeiten, wie sich der Schweizer Finanzplatz im veränderten Umfeld positionieren soll.

«Wir müssen jetzt vorwärts machen», fordert der VR-Präsident der Finanzinfrastrukturbetreiberin SIX Group. «Es muss ein Konzept sein, das topprofessionell ist und auch Andersdenkende überzeugt.» Es sollte aber verhindert werden, dass es in den nächsten Monaten einen Wettbewerb zwischen von politischen Parteien entwickelten Finanzplatzstrategien gibt, die zwangsläufig nicht sehr ausgereift sein könnten. «Die Politiker handeln oft genauso kurzfristig wie Manager: Was dem Manager sein Bonus, ist manchem Politiker seine kurz bevorstehende Wiederwahl, beide verleiten zum kurzfristigen Denken.»

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