Fiat hat der italienischen Regierung vor der geplanten Fusion mit Chrysler den Verzicht auf einen Stellenabbau zugesagt. Der Chef des landesgrößten privaten Arbeitgebers, Sergio Marchionne, und der neue Industrieminister Flavio Zanonato vereinbarten am Freitag bei ihrem ersten Zusammentreffen eine enge Zusammenarbeit, um dem rezessionsgeplagten Automarkt des Landes neues Leben einzuhauchen. Zudem waren sich beide einer Erklärung des Ministers zufolge einig, dass die Produktion in Italien ein zentraler Bestandteil von Fiats Markenimage ist.

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Zanonato hat Fiat zuletzt aufgefordert, nach der im kommenden Jahr geplanten Fusion mit Chrysler «in Italien zu bleiben». Die Gewerkschaften befürchten, dass der Zusammenschluss den Umzug des Firmensitzes in die USA einläutet. Im vergangenen Jahr brach der Automarkt in Italien um 20 Prozent ein und dieses Jahr dürfte er um weitere fünf Prozent schrumpfen. Damit kaufen die Italiener derzeit in Italien so wenig Autos wie zuletzt in den 1970er Jahren. Trotzdem hat Fiat sowohl Politikern als auch Gewerkschaften wiederholt versprochen, keine Werke zu schließen.

Zanonato hatte das Treffen mit Vertretern des Autoherstellers anberaumt, nachdem der Schwesterkonzern Fiat Industrial - ein Hersteller von Lkw und Traktoren - bekanntgab, aus steuerlichen Gründen den Firmensitz nach Grossbritannien zu verlagern. Fiat Industrial plant derzeit ebenfalls eine Verschmelzung mit ihrer US-Tochter, CNH Global. Fiat und Fiat Industrial beschäftigen allein in Italien insgesamt rund 80.000 Mitarbeiter.

(tke/reuters)