Der brasilianische Fussballverband CBF hat während der Weltmeisterschaft in diesem Jahr dutzende Uhren im Gegenwert eines fünfstelligen Eurobetrags an wichtige Funktionäre der Fifa verschenkt. Das berichtet die deutsche Wochenzeitung «Welt am Sonntag» in ihrer morgigen Ausgabe. Deshalb hat der Fussballweltverband offenbar selbst eine interne Untersuchung unter Leitung von Fifa-Chefermittler Michael Garcia gestartet. 

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Die Uhren wurden laut dem Bericht von der Schweizer Uhrenmanufaktur Parmigiani Fleurier produziert, die eine offizieller Partnerin des brasilianischen Verbandes ist. Demnach wurden die Uhren den 25 Mitgliedern des sogenannten Fifa-Exekutivkomitees angeboten, den Verbandspräsidenten der 32 Weltmeisterschaftsteilnehmer sowie den Präsidenten der Länder des südamerikanischen Verbandes Conmebol.

Ethik-Richtlinien der Fifa verbieten teure Geschenke

Nun geht es für Fifa-Ermittler Garcia offenbar darum herauszufinden, wer das Luxusgeschenk annahm. Laut «Welt am Sonntag» verbieten die Ethik-Vorschriften der Fifa explizit die Annahme wertvoller Geschenke. Im Zweifel sind Amtsträger laut den Statuten angehalten, Präsente abzulehnen. Offenbar wurden hochrangige Fifa-Offizielle am Donnerstag über die Untersuchungen informiert.

Laut «Welt am Sonntag» hat es bei der Fifa bereits vor der besagten Schenkung heisse Diskussionen um Luxusuhren gegeben. So wollten Fifa-Lenker laut Bericht Mitgliedern des Exekutivkomitees Uhren des Schweizer Herstellers und Fifa-Partner Hublot schenken – ebenfalls im fünfstelligen Eurowert. Allerdings hätten Fifa-Präsident Sepp Blatter und Generalsekretär Jerome Valcke erst die Erlaubnis der Fifa-Ethikaufsicht einholen wollen. Nachdem die jedoch den Plan ruinierte, habe der brasilianische Verband teure Uhren verschenkt.

(moh)