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Kommentar
Fifa: Ein Neuanfang, aber ohne Blatter

Die Verhaftungen von sieben Fifa-Funktionären sind der traurige Höhepunkt einer Reihe von Skandalen beim Weltfussballverband. Endlich greifen die Behörden in Bern und den USA durch.

Von Pascal Ihle
am 27.05.2015

Die Vorwürfe wiegen schwer: Bestechungszahlungen, Geldwäscherei und ungetreue Geschäftsführung. Die Skandale, die den Weltfussballverband Fifa respektive seine Kontinentalverbände in den letzten Jahren heimgesucht haben, allen voran die undurchsichtige Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Katar und Russland, haben einen traurigen Höhepunkt erlebt: In Zürich sind sieben Fifa-Funktionäre verhaftet worden, darunter Vizepräsident Jeffrey Webb.

Die Bundesanwaltschaft in Bern, die New Yorker Staatsanwaltschaft und der US-Inlandgeheimdienst FBI führen die Ermittlungen. Endlich wird durchgegriffen. Denn die Fifa versuchte eine zusehends verärgerte und frustrierte Öffentlichkeit mit halbherzigen Beteuerungen sowie mit neu geschaffenen Ethik-Kommissionen, Compliance-Chefs und Finanzaufsehern abzuspeisen.

Es braucht einen neuen Präsidenten

Der Verband gelobte Besserung und mehr Transparenz – doch das Image und die Reputation verschlech-terten sich. Schwer lasten Versäumnisse der vergangenen Jahre. Und diese Versäumnisse und dieses Laisser-faire haben ein Gesicht: Das des 79-jährigen Sepp Blatter, der 1998 zum Fifa-Präsidenten gewählt wurde und sich zum fünften Mal zur Wahl stellt.

Auch wenn von den Vorwürfen nichts Konkretes an ihm haften blieb und es die Fifa war, die im November 2014 Strafanzeige bei der Bundesanwaltschaft einreichte, braucht der Weltfussballverband einen Neuanfang mit einer glaubwürdigen Zero-Tole-rance-Strategie – und einem neuen Präsidenten, der nicht die alten, unsäglichen Zeiten verkörpert.

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Diese hohen Fifa-Funktionäre wurden in Zürich verhaftet

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Jeffrey Webb: Der Präsident des Nord- und Zentralamerikanischen und Karibischen Fussballverbandes (Concacaf) und Vizepräsident der Fifa hat seit seiner Verhaftung am 27. Mai 2015 Hausverbot.