Der in Zürich beheimatete Weltfussballverband Fifa reagiert auf die hauseigenen Ethikregeln auf seine eigene Art. Die neuen Auflagen sorgten dafür, dass die Mitglieder des Exekutivkommitees auf die sechstelligen WM-Boni verzichten mussten. Dennoch sollen die Top-Funktionäre zu ihrem Geld kommen. Laut der englischen Zeitung «Sunday Times», haben sich die 25 Exekutivmitglieder nun klammheimlich ihren Lohn verdoppelt.

Künftig sollen die Fifa-Bosse 200'000 Dollar anstatt 100'000 Dollar jährlich erhalten. Dies würden Kontoauszüge belegen, die der Zeitung vorlägen. Die Exekutivmitglieder können sich die Entschädigung auf ein Schweizer Konto auszahlen lassen, so der Bericht. Hinzu kämen kostenloses Nächtigen in Fünf-Stern-Hotels und Gratisflüge in der Business-Class. Während der WM in Brasilien sollen die Komiteemitglieder rund 700 Dollar «Taschengeld» pro Tag erhalten.

WM-Bonus vor Katar-Vergabe überwiesen

Die Lohnerhöhung soll die umstrittenen Boni kompensieren. Bisher hätten die Exekutivmitglieder jährlich einen Bonus in der Höhe von 75'000 Dollar erhalten. In WM-Jahren sollen es sogar 200'000 Dollar gewesen sein. Ein namentlich nicht genanntes Mitglied des Komitees sagte gegenüber der «Sunday Times»: «Es wurde verdoppelt, als Ausgleich für den Wegfall der Bonuszahlungen.»

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Besonders pikant: Laut dem Zeitungsartikel sei den Exekutivmitgliedern der WM-Bonus für das Jahr 2010 genau einen Tag vor der Abstimmung über die umstrittene WM-Vergabe 2022 an Katar überwiesen worden.

Fifa-Kommunikationschef Walter De Gregorio wollte den Bericht der «Sunday Times» nicht kommentieren.

(dbe)