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Abschied
Fifa-Präsident Sepp Blatter tritt zurück

Sepp Blatter hat seinen Rücktritt von der Fifa-Spitze angekündigt. Angesichts breiter Korruptionsvorwürfe gegenüber Funktionären will der Präsident möglichst bald Platz machen für einen Nachfolger.

Veröffentlicht am 02.06.2015

Jetzt hat der Korruptionsskandal beim Weltfussballverband Konsequenzen: Fifa-Präsident Joseph Blatter hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Der 79-Jährige gab den Entscheid am Dienstag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz in Zürich bekannt.

Er habe seine fünfte Amtszeit nutzen wollen, um die Fifa zu reformieren, sagte Blatter in seiner kurzen Erklärung. «Doch die Herausforderungen für die Fifa nehmen kein Ende».

Wahl soll möglichst bald stattfinden

Darum habe er sich entschieden, einem Nachfolger Platz zu machen. Vier Tage nach seiner Wiederwahl sagte der Walliser, die Fifa werde so schnell wie möglich eine ausserordentliche Wahl organisieren.  Er wolle nicht warten, die der nächste offizielle Kongress 2016 in Mexiko stattfindet, sondern den Wechsel zuvor einleiten.

Dann übergab Blatter hat Finanzaufseher Domenico Scala, der etwas länger sprach als der viel kritisierte Fifa-Präsident, der noch am Freitag bei seiner Wiederwahl vor Selbstbewusstsein gestrotzt hatte. Scala sagte, die Fifa hätte bereits viele Schritte zur Erneuerung eingeleitet. «Aber das war nicht genug», so Scala. Er dankte Blatter für seinen Entschluss. «Er gibt uns die Möglichkeit, beim Umbau weiterzugehen als bisher.» Als wahrscheinlichen Zeitpunkt der Nachfolger-Wahl nannte er den Zeitraum zwischen Dezember 2015 und März 2016.

Korruptionsvorwürfe gegen Blatter-Vertrauten Valcke

In der vergangenen Woche waren mehrere hochrangige Funktionäre der Organisation wegen Korruptionsverdacht festgenommen worden. Heute Morgen waren ausserdem Vorwürfe wegen Bestechungsverdacht gegenüber Generalsekretär Jérôme Valcke laut geworden. Valcke gilt als enger Vertrauter von Sepp Blatter.

Die Bundesanwaltschaft hat die Ankündigung Blatters zur Kenntnis genommen. Die Bundesanwälte prüfen Bestechungsvorwürfe gegenüber der WM-Vergaben für 2018 nach Russland und 2022 nach Katar. Da der Fifa-Präsident kein Beschuldigter sei, habe der Entscheid keine Auswirkungen auf die Ermittlungen, hiess es in der Mitteilung.

Blatter stand der Fifa seit 1998 vor. Er war erst am Freitag im Zürcher Hallenstadion trotz des jüngsten Korruptionsskandals für eine fünfte Amtszeit gewählt worden.

Das sind die ersten Reaktionen auf Twitter:

Ist das ein neues Wunder von Bern?

 

Friert jetzt der Teufel?

 

 

Wird Loddar Matthäus übernehmen?

(me; mit Material von reuters und sda)

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